Der US-Konzern Apple soll laut einem Bericht der Financial Times zufolge an einer eigenen Suchmaschine arbeiten, um sich von Google unabhängig zu machen. Dies soll unter anderem dem kürzlich eingeleiteten US-Kartellverfahren gegen Google geschuldet sein.

Offenbar überweist Google an Apple derzeit mehrere Milliarden US-Dollar im Jahr, damit die Suchmaschine auf Apple-Geräten voreingestellt wird. Weil viele Nutzer die Standardeinstellung beibehalten, trägt dies zur hohen Verbreitung der Google-Suche bei. Weil den Nutzern der Suchmaschine auch bezahlte Werbeeinblendungen ausgespielt werden, dürfte Google hierdurch zusätzliches Geld verdienen. Dieser Deal wird im besagten Verfahren derzeit geprüft.

Ist eine eigene Suchmaschine schon länger geplant?

Vermutlich laufen Apples Planungen für eine eigene Suchmaschine aber schon länger. Laut dem Bericht hat Apple vor zweieinhalb Jahren bereits den damaligen Head of Search von Google, John Giannandrea, abgeworben. Auch könnten aktuelle Stellenausschreibungen darauf hindeuten, dass tatsächlich eine eigene Suchmaschine in Planung ist.

Möglicherweise hat man bei Apple erkannt, dass eine eigene Suchmaschine durch die Schaltung bezahlter Werbung darin eine lukrative Angelegenheit sein könnte. Auch aus diesem Grund könnten schon länger Bestrebungen bestehen, sich von Google unabhängig machen zu wollen.

Der Deal hat durchaus etwas ungewöhnliches, da sich beide Konzerne insbesondere auf dem Smartphone- und Tabletmarkt konkurrieren.

Fazit

Dass Google im Suchmaschinenmarkt mit großem Abstand dominiert, ist allgemein bekannt. In Deutschland erzielt die Suchmaschine im Desktop-Bereich derzeit einen Marktanteil von mehr als 86 % (Bing von Microsoft kommt auf knapp 10 %). Im mobilen Bereich sind es gar über 97 % für Google.

Aufgrund der hohen Qualität der Suchergebnisse wird sich ein Teil der Nutzer sicherlich bewusst für Google entscheiden. Doch wird die Voreinstellung der Google-Suche auf Smartphones ebenfalls zu diesem extrem hohen Marktanteil beitragen. Für Mitbewerber, von denen es einige gibt, ist hier nicht mehr viel Platz.

Mehr Wettbewerb wäre in der Tat wünschenswert. Wir werden das Kartellverfahren sowie Apples Pläne weiterverfolgen und Euch auf dem Laufenden halten.

Bild: Oliver Graumnitz / Pixabay.de

1 KOMMENTAR

  1. An sich wäre das ziemlich zu begrüßen. Alleine schon aus dem Grund, weil Apple sich neuerdings dem Datenschutz so sehr verschrieben hat. Aber wenn ich mir Apples derzeitige Online-Lösungen (iCloud, iTunes, iPhotos) anschaue, dann sind diese im Vergleich einfach viel zu langsam. Da merkt man schnell wer von beiden Anbietern auf mehr Erfahrung zurückgreifen kann. Da muss man sich noch deutlich stärker ins Zeug legen um überhaupt eine Chance zu haben.

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