Content ist King, aber die Queen hat die nötigen Kontakte!

Werbung

Wie ernte ich die richtigen Links mit verlinkungswürdigen Inhalten?

Content-Marketing ist in aller Munde, doch häufig scheitert es noch am Verbreiten der Inhalte, also quasi am Content-Seeding. Ich als Head of Linkbuilding / Seeding habe mich mit meinem Team voll auf die Themen Linkbuilding & Content Seeding spezialisiert und wir gehen diesen Teilbereich des Content-Marketings sehr transparent an. Content-Marketing können viele ja kaum noch hören ;), deswegen verwende ich am liebsten den Begriff „Content-Seeding“, da sich bei mir alles um das „Ernten“ von guten Links und Social Signals dreht und den Job auch besser beschreibt. Apropos ernten: Um gute Links zu ernten, muss der Inhalt „seedbar“ sein, also verlinkungswürdig.

Ein Vergleich aus dem Kleingärtnertum:

Als Hobbygärtner kann ich gut beurteilen, wie wichtig es ist qualitativ hochwertiges Saatgut zu nutzen. Sät man im Februar Tomatenpflanzen mit minderwertigem Saatgut aus, braucht man im Erntemonat August nicht die große Ernte erwarten. Nimmt man hingegen hochwertigen Samen, kann man von einer erfolgreichen Ernte ausgehen!

Was haben wir davon, wenn wir gute Inhalte erstellen?

Wir bekommen tolle Links für das Backlinkprofil, stärken den Brand, erhöhen die Social Media Reichweite und bekommen durch die Klicks ganz nebenbei noch ordentlich Traffic auf die verlinkte Website. Hört sich doch super einfach an! Ist jedoch in der Praxis häufig viel schwerer, als man denkt.

Inhalte an der richtigen Stelle verbreiten

Ich nenne den jeweiligen Content gerne auch „Seeding-Produkt“. Ein Produkt kann dabei alles mögliche sein, zum Beispiel eine Infografik, ein E-Book oder beispielsweise eine Studie. Gehen wir also mal davon aus, dass ein gutes Endprodukt steht und bei der Content-Erstellung ein guter Job gemacht wurde.

Dann geht’s ans Verteilen an Redakteure, Blogger und passende Seiten aus dem jeweiligen Themenfeld. Wer das selbst versucht, sollte keinen Respekt vor Redaktionsleitungen, Chefredakteuren, Geschäftsführern oder Ressortleitungen haben. Hier scheitert es oft schon an der Herangehensweise, da sich viele einfach nicht trauen diese Berufsgattungen zu kontaktieren.

Ich empfehle dringend, wenn möglich immer Personen zu kontaktieren, die etwas entscheiden dürfen.

Kommen wir kurz zu einem Beispiel, ich bin ja sowieso eher der Praktiker:

Fiktives Seeding-Produkt:

Nehmen wir an, dass wir als Seeding-Produkt eine Studie eines Sportartikelhändlers haben, welche das Thema „Fast Food“ behandelt. Die Studie ist gut ausgearbeitet, es wurde mit anerkannten Ernährungs-Experten gearbeitet und das Layout befindet sich in der CI des bekannten Sportartikelhändlers. Das Seeding-Produkt hat somit einen hohen Wiedererkennungswert und strahlt viel Vertrauen aus, da die Quellen seriös und nachvollziehbar sind. Weiterhin ist die Landingpage aus SEO- und User-Sicht passend.

Dies sind alles schon mal sehr gute Voraussetzungen, um bei den potenziellen Linkgebern zu punkten!

Nun stellt sich die Frage, was überhaupt gute Linkgeber wären. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Magazine, die sich mit dem Thema Gesundheit auseinander setzen
  • Zeitungsportale, die eine Rubrik Gesundheit haben (da gibt es einige)
  • Influencer im Bereich Ernährung, denn wir wollen auch Reichweite in den sozialen Medien
  • Food- & Health-Blogger
  • Und eben alles, was man mit Google Alerts und weiteren Recherchetechniken zum Thema findet

Es gibt in dem Bereich also genügend Kontakte, die wir angehen können. Zum Start des Seedings reichen übrigens vorerst schon 30 Websites bzw. Kontakte vollkommen aus.

Bei einer guten Recherche werden idealerweise aktuelle Artikel gefunden, zu denen das E-Book sehr gut als weiterführende Information angehängt werden kann. Zum Beispiel kann dann am Ende eines Artikels als Ergänzung zum Thema Folgendes stehen: „Update: hier habe ich ein tolles kostenfreies E-Book zum Thema Fast Food gefunden.“

Macht den Leuten, die ihr kontaktiert und die verlinken sollen immer 2 bis 3 Vorschläge, wie der Link eingebaut werden KÖNNTE. Die letztendliche Entscheidung liegt jedoch immer beim Blogger oder Redakteur selbst. Formuliert das am Telefon kurz aus und danach folgt sofort die E-Mail mit den wichtigsten Infos. Lasst euch am Telefon immer die direkte E-Mail und Durchwahl des Gegenübers geben. Ihr benötigt den Kontakt sicherlich mal wieder. 😉 Wenn es zu einer erfolgreichen Kooperation kommt, nimmt der Redakteur eventuell gerne wieder ein Thema von euch auf – Stichwort Networking und Aufbau von Beziehungen!

Eine mögliche und bewährte Strategie ist es, alles, was zum Thema passt brandaktuell über Alerts und manuelle Suche (Suchoperatoren bei Google nutzen, zeitlich einschränken etc. ) zu analysieren und bestenfalls am gleichen Tag der Veröffentlichung den zuständigen Redakteur/Entscheider zu kontaktieren. Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Kontaktpersonen viel einfacher überzeugen lassen, wenn das Thema aktuell ist und quasi noch auf dem „Tisch“ liegt. Ein Redakteur hat eher ein Problem einen Artikel nochmal „anzufassen“, der schon ein paar Tage älter ist. Es spricht grundsätzlich auch nichts dagegen, einen etwas älteren Beitrag mit einer Ergänzung zu versehen. Pi mal Daumen kann man jedoch sagen, dass alles, was älter als 30 Tage ist, eher uninteressant ist und erst mal nicht kontaktiert werden sollte. Ausnahmen bestätigen hier jedoch die Regel. 😉

Detektivarbeit wie Sherlock Holmes:

Die wichtigste Frage ist immer wieder, wie ich an die richtige Kontaktperson komme, die auch etwas entscheiden kann bzw. direkten Zugriff auf die Website bzw. den jeweiligen Artikel hat.

Beispiel 1:

Die Kontaktperson wird im Artikel namentlich genannt

Ist der Verantwortliche für den passenden Artikel namentlich erwähnt, ist das schon einmal eine gute Voraussetzung. Jetzt bietet es sich an kurz zu recherchieren, was die Kontaktperson genau macht und welches ihr Spezialgebiet ist. Es ist anzunehmen, dass der Verfasser in diesem Thema, das wir anbieten, sowieso affin ist. Das stößt im Telefonat dann schon einmal auf offene Ohren.

Jetzt schnell zum Hörer greifen:

Große bekannte Magazine, Zeitungen und all die anderen Portale haben im Impressum eine Telefonnummer angegeben, also anrufen und mit der jeweiligen Person verbinden lassen! Manchmal bekommt man sogar Kontaktdaten direkt in die Online-Redaktion.

Wenn ihr merkt euer Gegenüber will euch abwimmeln und nicht verbinden, dann versucht es mit folgenden Formulierungen:

  • Es geht um eine redaktionelle Ergänzung des Artikels XYZ von Herrn/Frau Mustermann, könnten Sie mich bitte verbinden?
  • Ich stehe bereits in Kontakt mit Herrn/Frau Mustermann und möchte kurz etwas telefonisch abklären!

Wenn alle Stricke reisen:

  • um Rückruf beten und Kontaktdaten hinterlassen
  • Kontaktdaten des Redakteurs erfragen – Telefonnummer + E-Mail!
  • an einem anderen Tag nochmal versuchen, ggfs. nimmt jemand anderes den Hörer ab und verbindet
  • Kontaktperson in den Sozialen Netzwerken (Facebook, Xing etc.) suchen und darüber kontaktieren
  • Kontaktperson googeln und andere Kontaktdaten herausfinden

Beispiel 2:

Kontaktperson des Artikels ist nicht ermittelbar:

Können wir den Verfasser des Artikels nicht selbst ermitteln, gehen wir wie folgt vor.

Anhand der URL und der Website kann man schnell erkennen, zu welchem Ressort der Artikel gehört. Im Impressum prüfen ob Ansprechpartner bzw. Leiter der jeweiligen Ressorts aufgelistet sind.

Wenn ja:

Ressortleitung kontaktieren und so vorgehen, wie beschrieben.

Wenn nein:

Wenn keine passende Person ermittelbar ist, dann allgemeine Telefonnummer wählen und mit dem Ressort verbinden lassen:

Jemand nimmt ab: Freundlich vorstellen, kurz fragen, ob man in der Online-Redaktion im Ressort „Gesundheit“ gelandet ist. Das Anliegen kurz schildern: „Es geht um eine redaktionelle Ergänzung des Artikels XYZ vom 06. Juli. Ich würde gerne mit dem zuständigen Redakteur sprechen“. Wahlweise kann man sich hier auch direkt mit der Ressortleitung verbinden lassen. Wenn direkt der richtige Kontakt dran ist – perfekt! Dann vorgehen wie oben, Überzeugungsarbeit leisten und den Link klar machen. 🙂

Wenn nicht: Kontaktdaten geben lassen oder um Rückruf bitten und ggfs. mit einem anderen Kollegen, den man am Telefon hat, das Anliegen besprechen.

Tipp:

  • Gespräche, die länger dauern, sind oft erfolgreicher, versucht deshalb unter Umständen den Ansprechpartner in ein Gespräch zu verwickeln (dadurch wird Sympathie aufgebaut und der Kontakt erinnert sich leichter).
  • Hat man eine direkte Durchwahl in eine große Online-Redaktion und kommt hier telefonisch nicht weiter, dann einfach eine andere Durchwahl nehmen und testen, wo man rauskommt. Dann etwas „dumm stellen“ und kurz fragen, ob man nicht mit dem Ressort XYZ sprechen kann. Oder: „Bin ich jetzt in der Redaktion vom Wirtschafts-Ressort herausgekommen? Eigentlich wollte ich mit Herrn Mustermann vom Gesundheits-Ressort sprechen. Bitte verbinden Sie mich doch.“

Was kann ich allgemein tun, wenn keine Telefonnummer einer Website vorhanden ist:

  • Name & Adresse aus Impressum kopieren und schauen, was Google ausspuckt
    • Es kommt vor, das Google im Snippet noch Daten ausspielt, die uns weiterhelfen, z.B. eine Telefonnummer
  • Mit Google Parametern nach Domain-Inhaber suchen
  • Social Media Kanäle nutzen
  • Telefonbücher nutzen
  • denic – zentrale Registrierungsstelle für alle DE-Domains
    • Hier sind manchmal auch direkte Kontaktdaten angegeben.
  • Wenn wirklich gar nichts mehr geht, hat sogar schon der gute alte Postbrief weitergeholfen!

FAZIT:

Letztendlich kann man mit sehr guten Inhalten sowie der richtigen „Verteiler“- Strategie an hochwertige und echte Links herankommen. Bedankt sich nach der erfolgreichen Linksetzung  auch noch der Kontakt, hat man alles richtig gemacht!

Ich empfehle auch noch den Podcast mit Kai Spriestersbach und Eric Kubitz die mich zum Thema Seeding in Ihre Show eingeladen haben.

Seeding Grafik

Werbung

TEILEN
Mario Strack
Mario Strack ist Head of Linkbuilding und Seeding bei der Online Marketing Agentur eology GmbH. Eology ist Spezialist für alle Themen rund um SEO/SEA. In seiner Freizeit verbringt Mario Strack viel Zeit in seiner "Vespa-Werkstatt" sowie als Hobbygärtner im heimischen Familiengarten. Bei der eology GmbH ist er verantwortlich für alle Themen die mit "Links" in Verbindung stehen.

14 KOMMENTARE

  1. Und am Ende wollen sie alle Geld sehen, da kann ich mir den Aufwand auch sparen und gleich oldschool Backlinkkauf betreiben…

      • Agentur:
        Ja wir machen einen Workshop mit ihnen und erstellen geilen content – Kostet dich aber ca. 10.000 Euro. Ach und dann benötigen wir aber nochmal 10.000 € Budget fürs seeding. WTF?!? Und was kommt am Ende bei raus, irgendwelche Backlinks auf den typischen Verkaufsseiten.
        Jedenfalls ist das mein Eindruck, aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren…

  2. Das stimmt Robin 🙂
    Den Content den wir teilweiße vom Kunden zur Verfügung gestellt bekommen ist immer zeitgemäß und kommt bei den Leuten oft sehr gut an. Ob jemand verlinkt ist von mehreren Faktoren abhängig, jedoch sollte der Inhalt schonmal Top sein!

  3. Hallo Mario,

    interessanter Vorgang. Ich hab mir tatsächlich den ganzen Artikel durchgelesen. Einige “Techniken” finde ich schon etwas gewagt, aber es spricht wohl die Realität an. Wie Benjamin erwähnt hat, spricht das die Agenturen an. Am Ende muss man für einen durchschnittlichen Bloglink trotzdem 200-300 Euro hinlegen. Das werden sich die wenigsten leisten können.

  4. @Sharif: ich meine mit TOP: für die Zielgruppe gemacht, zum richtigen Zeitpunkt, geiles Layout.
    @Samuel: wie bauen tatsächlich aktuell mit einer Leseprobe einer bekannten Autorin sowie mit einer Gesundheits-Studie Links von Bild, Bz-Berlin und anderen großen Magazinen auf. Um Geld ging es den Redakteuren nie.

  5. @Mario
    das wäre natürlich super wenn das ohne Geld klappt…
    Hast du auch einen Backlink für mich ohne Bezahlung? 🙂

  6. Ich seh Smileys 🙂

    Guter Beitrag der’s auf den Punkt bringt.

    Meiner Erfahrung nach muss man wirklich nur dann finanziell nachhelfen, wenn der Content nicht genug Mehrwert für die Leser der jeweiligen Publikation bringt. Spart man also am Content muss man mehr Geld ins Seeding investieren. Es gibt natürlich auch Ausnahmen und man kann nicht davon ausgehen, dass man ohne Budget gescheit seeden kann, aber wenn man sich anfangs bisschen mehr Mühe macht und – ganz wichtig – auch noch die redaktionelle Begleitung des Themas mit anbietet (Stichwort “Gastbeitrag”), dann ist die Erfolgsquote ohne zusätzliche “Motivation” sehr hoch.

  7. Danke Severin!

    Man kann nie vorab sagen ob es ein gutes Seeding wird. Nach unserer Erfahrung können wir jedoch eine gute Einschätzung geben und leiten davon die Erfolgschancen ab. Es ist auch von vielen Faktoren abhängig. Es gibt auch Kunden mit kleinerem Geldbeutel die einfach nicht den Hero-Content erstellen können aber mit etwas weniger auch sehr zufrieden sind. Hier ist wichtig vorab klar zu besprechen wie das Ergebnis aussehen kann um falschen Erwartungen entgegen zu steuern.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT