Facebook schafft “umstritten” Label ab, neue Schritte gegen Fake News

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Nur kurze Haltbarkeit

Nach nur wenigen Monaten hat Facebook das Anfang des Jahres eingeführte “umstritten” Label schon wieder abgeschafft. Wir erinnern uns: Dieses Label sollte deutlich machen, wenn Informationen in Artikeln von den unabhängigen Faktenprüfern als falsch oder unbelegbar eingestuft wurden.

Doch dieser Ansatz hat im Kampf gegen die Fake News nicht zum Erfolg geführt – ganz im Gegenteil. In gewissen Kreisen wurde dieses Label gar zum Siegel dafür, dass etwas auf jeden Fall stimmen muss. Die Artikel wurden dadurch noch mehr geteilt, um die “Zensur” von Facebook zu bekämpfen.

Dies zeigt, dass dieses gut gemeinte Feature im Endeffekt das genaue Gegenteil dessen bewirkt hat, wofür es eigentlich eingeführt wurde. Denn selbst Stories, die sonst im digitalen Nirwana verschwunden wären, haben dadurch bei gewissen Nutzergruppen überhaupt erst Aufmerksamkeit erhalten.

Was kommt als nächstes

Dies ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die Initiativen gegen Fake News bei allen großen Anbietern noch ausbaufähig sind. Denn nicht genug damit, dass das “umstritten” Label die oben genannten Effekte hatte – meistens kam es auch erst dann zum Vorschein, wenn falsche Geschichten schon längst viral gegangen waren.

Und in vielen Fällen ist es zudem bis heute noch möglich, Versionen von Artikeln zu teilen, bei denen das Label gar nicht erst auftaucht. Das Feature ließ sich also zu allem Überfluss noch einfach aushebeln. Es hatte damit entweder keinen oder einen negativen Einfluss – eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus.

Fraglich ist auch, ob Facebooks neue Strategie erfolgreicher sein wird. Denn ab sofort sollen umstrittene Geschichten nicht mehr gebrandmarkt, sondern in den “ähnlichen Artikeln” korrigiert werden. Hier werden dann die Faktenchecks prominent platziert, um eine andere Perspektive auf das Geschriebene zuzulassen.

Es darf jedoch bezweifelt werden, ob die Nutzer sich davon beeindrucken lassen werden. Denn wenn man eine Geschichte erst einmal geglaubt und geteilt hat, dann wird man sich von Faktenchecks, die sich in den ähnlichen Artikeln verstecken, wohl nicht mehr vom Gegenteil überzeugen lassen – wenn man diese denn überhaupt zu Gesicht bekommt.

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Nach meinem Studium der Politikwissenschaften (Schwerpunkt Diplomatie) habe ich im Juni 2015 das SEO Portal bei der imwebsein GmbH mitgegründet. Seit Januar 2017 bin ich nun als Chefredakteur für den redaktionellen Teil zuständig. Daneben kümmere ich mich als ehrenamtlicher Pressewart um die Öffentlichkeitsarbeit des Badminton-Club Tempelhof.

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