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RUDS

Schweizer Firma Rechnung nach Deutschland

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Hallo,

ich habe eine kleine Schweizer Einzelfirma und muß im April eine Rechnung für einen deutschen Kunden anfertigen. Was muß hier alles rein?

Muß ich dann in Deutschland Steuern zahlen, da ich auch einen Auftrag für den Auftraggeber in Deutschland in Bühl über 2 Tage ausführen werde?

Meine Steuergemeinde im Thurgau konnte mir nicht weiterhelfen..
Angenommen, ich bekomme 1000 Chf, muß vor Ort aber noch einen Auftraggnehmer von mir (er Hilft mir bei dem Job) mit 200 Chf ausbezahlen, zählt dieser dann als mein Arbeitnehmer? Muß ich dann die 1000 Chf versteuern, oder nur 800?


Fragen über Fragen...

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QUOTE (RUDS @ Fr 10.01.2014, 22:45)
ich habe eine kleine Schweizer Einzelfirma und muß im April eine Rechnung für einen deutschen Kunden anfertigen. Was muß hier alles rein?


Um von Deutschland eine Rechnung bezahlt zu bekommen, musste ich unten - auf der Rechnung - Folgendes anbringen:

Philippinische Steuernummer (TIN-Code): XXX-XXX-XXX-XXX
Rechtsform meiner Tätigkeit:
Selbständigerwerbender Übersetzer ohne Mehrwertsteuer


Sonst wäre mir die Rechnung nicht bezahlt worden. mad.gif

Vielleicht hast Du eine schweizerische Mehrwert-Steuernummer. Ansonsten gib die Registriernummer deiner Gemeinde an.

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Hallo RUDS,

Herzlich willkommen bei Ayom smile.gif

Zu deinen Fragen:
Wenn du Sicherheit haben möchtest, dann würde ich einen Treuhänder fragen, da es ja verschiedene Aspekte zu beachten gibt (Leistungserbringung in Deutschland etc.)

Wenn man selber nicht MwSt.-pflichtig ist, dann hat unser Treuhänder empfohlen auf der Rechnung folgenden Satz anzubringen. Allerdings bin ich nicht sicher, ob die Leistungserbringung dann in der Schweiz erfolgen muss oder ob dies keine Rolle spielt:
"Der Empfänger der Leistung ist verpflichtet nach §13b UStG die Umsatzsteuer zu entrichten."

Zu deinem Mithelfer:
Ob er dein Arbeitnehmer ist oder nicht hängt davon ab was für eine Abmachung (Vertrag) du mit ihm hast. Das einfachste ist wohl, wenn er als Auftragnehmer auftritt und dir für die 200 CHF eine Rechnung stellt.

Vielleicht kann hier jemand anderes besser Auskunft geben. Ansonsten wie gesagt, würde ich einen Treuhänder fragen der sich mit der Situation Schweiz/Deutschland auskennt.

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QUOTE (RUDS @ Fr 10.01.2014, 22:45)
Hallo,

ich habe eine kleine Schweizer Einzelfirma und muß im April eine Rechnung für einen deutschen Kunden anfertigen. Was muß hier alles rein?

Muß ich dann in Deutschland Steuern zahlen, da ich auch einen Auftrag für den Auftraggeber in Deutschland in Bühl über 2 Tage ausführen werde?

Meine Steuergemeinde im Thurgau konnte mir nicht weiterhelfen..
Angenommen, ich bekomme 1000 Chf, muß vor Ort aber noch einen Auftraggnehmer von mir (er Hilft mir bei dem Job) mit 200 Chf ausbezahlen, zählt dieser dann als mein Arbeitnehmer? Muß ich dann die 1000 Chf versteuern, oder nur 800?


Fragen über Fragen...

Oben auf der Rechnung den Namen Deiner Einzelfirma (Dein Name ist laut schweizer Recht automatisch inbegriffen) + Adresse schreiben.

Dann Rechnungsempfänger schreiben.

Dann genaue Leistung, Preis, Zahlungsmodalitäten (Frist, Konto angeben).

Als Einzelfirma mit einem Umsatz von weniger als... (waren es 120000 CHF?) unterliegst Du nicht der MwSt.
Auf der Rechnung darf also keine Mehrwertsteuer stehen, und sowieso nicht für eine Rechnung fürs Ausland.

Das ist alles für die Rechnung. Ausländische Bestimmungen wg. Steuernummer oder sonstigen Schmarrn haben Dich nicht zu kümmern.


Dann wg. Einkommenssteuer: Als Einzelfirma kannst Du eine einfache Buchhaltung führen, d.h. Einnahmen und Ausgaben.
Daher wirst Du nur auf 800 CHF Steuern zahlen. Die Ausgaben von 200 CHF musst Du allerdings beweisen können.

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QUOTE (PH @ Sa 11.01.2014, 17:04)
QUOTE (RUDS @ Fr 10.01.2014, 22:45)
ich habe eine kleine Schweizer Einzelfirma und muß im April eine Rechnung für einen deutschen Kunden anfertigen. Was muß hier alles rein?

Ausländische Bestimmungen wg. Steuernummer oder sonstigen Schmarrn haben Dich nicht zu kümmern.

Tja, wenn er die Rechnung ohne ausländischen Bestimmungen schreibt (Steuernummer) dann wird sie ihm in Deutschland ganz einfach nicht bezahlt werden. So einfach ist das.

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QUOTE (PH @ Sa 11.01.2014, 16:04)

Das ist alles für die Rechnung. Ausländische Bestimmungen wg. Steuernummer oder sonstigen Schmarrn haben Dich nicht zu kümmern.


Leistungserbringung ist Deutschland und nicht die Schweiz. D.h. das Deutsche Gesetz kommt meines Erachtens in ALLEN belangen zum tragen, d.h. sowohl arbeitsrechtlich wie auch steuertechnisch! Ansonsten könnte ja jede Deutsche Firma in der Schweiz eine Tocherfirma eröffnen und alle Deutschen Aufträge darüber abwickeln und somit die Deutsche MwSt. und Sozialabgaben umgehen. Da hätte der Steinbrück sicher wieder seine Freude!

Fragst wirklich am besten einen Treuhänder.

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Blödsinn.

Der Leistungsort liegt zwar (gem. Art. 8 S. 1 des Schweizer Mehrwertsteuergesetzes und § 3a Abs. 2 S. 1 deutsches Umsatzsteuergesetz) in D und ist in D umsatzsteuerpflichtig und in der Schweiz mehrwertsteuerfrei. Die Umsatzsteuer wird von dem deutschen Unternehmer im sogenannten Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG) erhoben.

Bedeutet: Der deutsche Unternehmer hat 19% Umsatzsteuer auf die Leistung zu erheben, die er gleichzeitig wieder als Vorsteuer geltend machen kann, so dass der Vorgang steuerneutral für ihn bleibt (analog der Bezugsteuer in der Schweiz).

Auf jeden Fall muss die Rechnung alle Angaben enthalten, die Art. 26 des schweizerischen Mehrwertsteuergesetzes ohnehin vorschreibt.
Zusätzlich kann (als Gefälligkeit - denn ausländische Gesetze habe keine Gültigkeit in der Schweiz) die schweizerische Steuernummer und die Steuernummer oder Umsatzsteueridentifikationsnummer des deutschen Empfängers sowie einen Hinweis auf die Anwendung der Reverse-Charge-Regelung ("Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers") auf der Rechnung vermerkt werden.

Wenn der Kunde in D kein Unternehmen ist, wird die Rechnung ein fach mit CH-MwSt. versehen.

Wenn der Umsatz der CH-Einzelfirma unter 100.000 CHF liegt, ist diese von der Umsatzsteuerpflicht befreit!
Für die Kunden in Deutschland bedeutet dies, dass Sie keine Umsatzsteuer ausweisen, bzw. keine nicht steuerbaren Umsätze in der Rechnung ausweisen.

Also: CH-Gesetz auf CH-Unternehmen anwenden und EU- bzw. D- Gesetz auf D-Unternehmen.

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QUOTE (PH @ Di 14.01.2014, 11:35)
Also: CH-Gesetz auf CH-Unternehmen anwenden und EU- bzw. D- Gesetz auf D-Unternehmen.

Nein, hier geht es um die Rechnung die nach Deutschland muss. Aus Erfahrung sage ich: Die Rechnung MUSS nach deutschen Normen ausgefertigt werden, sonst darf das deutsche Unternehmen die Rechnung gar nicht bezahlen. Wurst wo der Sitz der Firma ist. Das ist den deutschen Egal.

Es ist ganz einfach: Willst Du Kohle von den Deutschen haben, dann MUSS die Rechnung nach ihren Standarts geschrieben werden. Sonst siehst Du kein Geld.

Aber wie Martin schon sagte: Am besten fragst Du einen Treuhänder.

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QUOTE (RUDS @ Fr 10.01.2014, 21:45)

Angenommen, ich bekomme 1000 Chf, muß vor Ort aber noch einen Auftraggnehmer von mir (er Hilft mir bei dem Job) mit 200 Chf ausbezahlen, zählt dieser dann als mein Arbeitnehmer? Muß ich dann die 1000 Chf versteuern, oder nur 800?

Nebenbei:
Der Revisor von der AHV hat bei der letzten Revision bemerkt, dass wir (als Schweizer Firma) unter Umständen für unsere Freelancer in Deutschland, in Deutschland Sozialabgabenpflichtig und Sozialverisicherungspflicht sein könnten!! Für die DE spielt es keine Rolle, wo der Sitz der Firma ist, sobald es sich um eine Scheinselbständigkeit des Deutschen Freelancers handelt und der Mitarbeiter von Deutschland aus arbeitet, sind ausländische Gesellschaften entsprechend dem Deutschen Gesetz unterstellt. Fand ich auch noch sehr spannend und der Zeitpunkt naht, wo man sich wirklich Gedanken um seine Nachbarn machen sollte!!! :-)

Aber wie ist es dann wohl, wenn man als ausländische Gesellschaft in Deutschland mit Deutschen Arbeitern einen Auftrag ausführt?! ;-)

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QUOTE (Martin H @ Di 14.01.2014, 18:32)
QUOTE (RUDS @ Fr 10.01.2014, 21:45)

Angenommen, ich bekomme 1000 Chf, muß vor Ort aber noch einen Auftraggnehmer von mir (er Hilft mir bei dem Job) mit 200 Chf ausbezahlen, zählt dieser dann als mein Arbeitnehmer? Muß ich dann die 1000 Chf versteuern, oder nur 800?

Nebenbei:
Der Revisor von der AHV hat bei der letzten Revision bemerkt, dass wir (als Schweizer Firma) unter Umständen für unsere Freelancer in Deutschland, in Deutschland Sozialabgabenpflichtig und Sozialverisicherungspflicht sein könnten!! Für die DE spielt es keine Rolle, wo der Sitz der Firma ist, sobald es sich um eine Scheinselbständigkeit des Deutschen Freelancers handelt und der Mitarbeiter von Deutschland aus arbeitet, sind ausländische Gesellschaften entsprechend dem Deutschen Gesetz unterstellt. Fand ich auch noch sehr spannend und der Zeitpunkt naht, wo man sich wirklich Gedanken um seine Nachbarn machen sollte!!! :-)

Aber wie ist es dann wohl, wenn man als ausländische Gesellschaft in Deutschland mit Deutschen Arbeitern einen Auftrag ausführt?! ;-)

höchstens ist der Freelancer sozialabgabenpflichtig.

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QUOTE (PH @ Di 14.01.2014, 17:47)

höchstens ist der Freelancer sozialabgabenpflichtig.

da wär ich mir mal nicht so sicher. Bei einer einmaliger Sache (so wie oben geschildert) gilt es als Entsendung und ist nicht pflichtig. Bei einer reglemässigen Beschäftigung (z.B. eines Freelancers) ist der Arbeitgeber (auch z.B. aus der Schweiz) in DE oder CH Sozialversicherungspflichtig, sofern der Freelancer nicht selbständig abrechnet (und auch nicht scheinselbständig ist). Durch die Bilateralen Abkommen ist die CH den EU Ländern gleichgestellt!


Rechtsstand seit dem 01.05.2010:

Die Vorschriften über die soziale Sicherung der Bundesrepublik Deutschland gelten u.a. für Personen, die im Bundesgebiet eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung ausüben (sogenanntes Territorialitätsprinzip nach § 3 Viertes Buch Sozialgesetzbuch - SGB IV -). Ausnahmen hiervon können sich eventuell aus den überstaatlichen Regelungen der Europäischen Union ergeben. Als überstaatliches Recht sind in diesem Zusammenhang die Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 883/04 (Grundverordnung) und 987/09 (Durchführungsverordnung) zu beachten.

Artikel 11 Abs. 1 VO (EG) Nr. 883/04 bestimmt, dass Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union nur in einem Mitgliedsstaat den Regelungen über die soziale Sicherheit unterliegen. Weitergehend bestimmt Artikel 11 Abs. 3 Buchstabe a) VO (EG) Nr. 883/04, dass eine Person, die in einem Mitgliedsstaat eine Beschäftigung ausübt den Rege-lungen über die soziale Sicherheit des Staates unterliegt, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird. Der Betriebssitz des Arbeitgebers ist in diesem Zusammenhang unbeachtlich. Die Regelungen der Europäischen Union folgen somit im Grundsatz dem sogenannten Territorialitätsprinzip, wonach alle Personen der Oberhoheit und den Gesetzen des Staates unterworfen sind, auf dessen Territorium sie sich jeweils befinden.

Ausnahmen von diesem Grundsatz bestehen nur, wenn die Beschäftigung aus dem Ausland nur im Voraus zeitlich begrenzt in der Bundesrepublik ausgeübt werden soll (Entsendung) oder wenn die Beschäftigung gewöhnlich (= regelmäßig) im Bundesgebiet und in einem anderen Staat der EU ausgeübt wird.

Unterliegt danach eine Beschäftigung für ein ausländisches Unternehmen der Sozialversicherungspflicht in der Bundesrepublik Deutschland, so wird das ausländische Unternehmen Arbeitgeber im Sinne der bundesdeutschen Sozialversicherungsvorschriften.

Nach Artikel 21 Abs. 1 VO (EG) Nr. 987/09 hat der ausländische Arbeitgeber den Pflichten nachzukommen, die für die Beschäftigten im Beschäftigungsstaat nach den nationalen Regelungen vorgesehen sind. Durch Artikel 21 Abs. 1 VO (EG) Nr. 987/09 wird der ausländische Arbeitgeber damit einem Arbeitgeber mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland gleichgestellt.

Der ausländische Arbeitgeber kann mit dem Arbeitnehmer allerdings auch vereinbaren, dass der Arbeitnehmer die Pflicht zur Zahlung des Gesamtsozialversicherungsbeitrages für den Arbeitgeber übernimmt (Artikel 21 Abs. 2 VO (EG) Nr. 987/09). In diesem Fall steht dem Arbeitnehmer ein Anspruch auf Auszahlung des vom Arbeitgeber zu tragenden Anteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag zu. In diesen Fällen unterstützt die zuständige gesetzliche Krankenkasse als sogenannte Einzugsstelle den Arbeitnehmer bei der Berechnung des Gesamtsozialversicherungsbeitrages und den sich daraus ergebenden weitergehenden Pflichten (Melde- und Aufzeichnungspflichten). Der ausländische Arbeitgeber hat in diesem Fall den zuständigen Träger in der Bundesrepublik Deutschland über diese Vereinbarung zu unterrichten. Zuständiger Träger in diesem Fall ist die ge-setzliche Krankenkasse des Arbeitnehmers.

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äh - wie soll den bitte schön ein Freelancer in einem anderen Land für meine Firma scheinselbstständig sein, wenn ich bei dem nicht mindestens 50% seiner Umsätze darstelle?

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so wie ich das verstanden habe:

wenn der AN mehrere Auftraggeber hat und das geschäftliche Risiko der Selbständigkeit trägt, und selbständig die Umsätze deklariert ist er nicht Scheinselbständig und der AG im Ausland nicht pflichtig.

Wenn er einen oder zwei Auftraggeber hat und defakto Angestellt ist, gilt er als Scheinselbständiger. Der AG ist versicherungspflichtig. Mit Absprache und Vergütung des AG Anteils lässt sich die Abrechnung auf den AN abwälzen.

Arbeitet man periodisch mit einem bestimmten Freelancer zusammen und dieser rechnet nicht selbständig ab, dann ist der AG im Ausland regulär für diesen AN sozialversicherungspflichtig. Grundsätzlich denke ich nicht, dass die DE Sozialversicherung von sich aus Jagd auf Schweizer Firmen macht. Es besteht wohl eher die latente Gefahr, dass z.B. so ein Pseudoangesteller / freelancer nach mehreren Jahren findet, dass er ja formaljuristisch ein Arbeitnehmer ist / war und auf die nachträgliche Bezahlung der Beiträge besteht. Das wäre ärgerlich und ein allfälliger nachzuzahlender Betrag könnte sich je nach Dauer kumulieren.

Bei uns ist das jetzt weniger ein Problem. Aber ich denke, wenn jemand viel und regelmässig mit Freelancern aus dem EU Raum zusammenarbeitet, sollte man diesen Punkt vielleicht mal anschauen.

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QUOTE (Martin H @ Di 14.01.2014, 21:32)
so wie ich das verstanden habe:

wenn der AN mehrere Auftraggeber hat und das geschäftliche Risiko der Selbständigkeit trägt, und selbständig die Umsätze deklariert ist er nicht Scheinselbständig und der AG im Ausland nicht pflichtig.

Wenn er einen oder zwei Auftraggeber hat und defakto Angestellt ist, gilt er als Scheinselbständiger. Der AG ist versicherungspflichtig. Mit Absprache und Vergütung des AG Anteils lässt sich die Abrechnung auf den AN abwälzen.

Arbeitet man periodisch mit einem bestimmten Freelancer zusammen und dieser rechnet nicht selbständig ab, dann ist der AG im Ausland regulär für diesen AN sozialversicherungspflichtig. Grundsätzlich denke ich nicht, dass die DE Sozialversicherung von sich aus Jagd auf Schweizer Firmen macht. Es besteht wohl eher die latente Gefahr, dass z.B. so ein Pseudoangesteller / freelancer nach mehreren Jahren findet, dass er ja formaljuristisch ein Arbeitnehmer ist / war und auf die nachträgliche Bezahlung der Beiträge besteht. Das wäre ärgerlich und ein allfälliger nachzuzahlender Betrag könnte sich je nach Dauer kumulieren.

Bei uns ist das jetzt weniger ein Problem. Aber ich denke, wenn jemand viel und regelmässig mit Freelancern aus dem EU Raum zusammenarbeitet, sollte man diesen Punkt vielleicht mal anschauen.

Du hast ja wahrscheinlich Recht, ich finde sowas jedoch total verrückt.

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QUOTE (PH @ Di 14.01.2014, 22:05)
QUOTE (Martin H @ Di 14.01.2014, 21:32)
so wie ich das verstanden habe:

wenn der AN mehrere Auftraggeber hat und das geschäftliche Risiko der Selbständigkeit trägt, und selbständig die Umsätze deklariert ist er nicht Scheinselbständig und der AG im Ausland nicht pflichtig.

Wenn er einen oder zwei Auftraggeber hat und defakto Angestellt ist, gilt er als Scheinselbständiger. Der AG ist versicherungspflichtig. Mit Absprache und Vergütung des AG Anteils lässt sich die Abrechnung auf den AN abwälzen.

Arbeitet man periodisch mit einem bestimmten Freelancer zusammen und dieser rechnet nicht selbständig ab, dann ist der AG im Ausland regulär für diesen AN sozialversicherungspflichtig. Grundsätzlich denke ich nicht, dass die DE Sozialversicherung von sich aus Jagd auf Schweizer Firmen macht. Es besteht wohl eher die latente Gefahr, dass z.B. so ein Pseudoangesteller / freelancer nach mehreren Jahren findet, dass er ja formaljuristisch ein Arbeitnehmer ist / war und auf die nachträgliche Bezahlung der Beiträge besteht. Das wäre ärgerlich und ein allfälliger nachzuzahlender Betrag könnte sich je nach Dauer kumulieren.

Bei uns ist das jetzt weniger ein Problem. Aber ich denke, wenn jemand viel und regelmässig mit Freelancern aus dem EU Raum zusammenarbeitet, sollte man diesen Punkt vielleicht mal anschauen.

Du hast ja wahrscheinlich Recht, ich finde sowas jedoch total verrückt.

Das System ist hier in meinen Augen derartig pervers. Habe nun die Zusammenarbeit mit einem Freelancer beenden müssen, weil er sich nicht anstellen lassen wollte,.... da verhindert die EU solche Sachen


Wegen der Steuerpflicht -> das ist eine sehr heisse Sache und man bekommt nach meinen Erkentnissen keine rechtsverbindliche Auskunft. Ich haette selbiges bereits versucht zu bekommen. Genau für diesen Fall und auch umgekehrt.

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Der Revisor von der AHV hat bei der letzten Revision bemerkt, dass wir (als Schweizer Firma) unter Umständen für unsere Freelancer in Deutschland, in Deutschland Sozialabgabenpflichtig und Sozialverisicherungspflicht sein könnten!!

Diese Erfahrung hab ich auch schon gemacht. Nicht das per se eine Scheinselbständigkeit impliziert würde, aber die Behörden haben ihre bürokratischen Wege... und wenn sie nicht so ganz sicher sind, wollen sie dafür AHV kassieren wink.gif
Konkret hab ich gelernt, dass man das E101 Formular vorher ausfüllen sollen. Die Idee der Bürokraten hinter dem Formular war es in meinem Fall, dass sich der Freelancer als "korrekt Sozialversichert ausweist". Die Bürokraten haben das Prozedere allerdings für Wanderarbeiter gemacht...
Weiss allerdings nicht wie es ausgegangen ist, hab mich ausgeklinkt.

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