Google AMP – Die Mobilmachung von Google

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Die Umstellung auf Accelerated Mobile Pages

Wer kennt es nicht. Man sitzt in der Bahn und surft mit dem Smartphone durch das Internet. Man will sich vor dem Aussteigen noch einen interessanten Artikel auf einer News-Seite ansehen. Doch die Verbindung ist gerade einfach nicht gut genug und der Seitenaufbau dauert eine gefühlte Ewigkeit. Da vergeht einem dann schnell die Lust am Lesen und man surft einfach weiter.

Diese Situation soll es laut Google im Jahr 2017 nur noch sehr selten geben. Denn bereits vor etwa einem Jahr führte Google die Accelerated Mobile Pages (AMP) ein, um gerade diesem Problem entgegen zu treten. Google AMP ist sozusagen die Antwort auf Instant Articles von Facebook. Genauso wie Facebook hat Google erkannt, dass lange Ladezeiten zu einer hohen Absprungrate führen. Und das kann sich Google im Zeitalter von Apps und Co. nicht mehr leisten.

Deshalb versuchen die Kalifornier nun, mit AMP die langen Ladezeiten bei einer niedrigen Bandbreite und schlechtem Empfang zu verbessern. Suchmaschinenoptimierer und Online-Marketer werden sich mit dieser neuen Technik anfreunden müssen, denn AMP wird das beherrschende Thema 2017 werden. Doch was ist AMP eigentlich und warum sollte man es verwenden?

Was ist Google AMP?

Im Rahmen der Digital News Initiative (DNI), einem Innovationsfond für Medien von Google, entstand vor etwa einem Jahr das AMP-Projekt. Ziel war es, die Ladezeiten von Webseiten und auf mobilen Geräten gravierend zu verbessern. Dazu wurde ein spezieller HTML-Code (Google AMP-HTMl) erschaffen, der das Herzstück von Google AMP ist. Bei Google AMP handelt es sich um eine umgewandelte Webseite, die sehr entschlackt wurde und auf der nur die wichtigsten Informationen zu finden sind. Diese AMP-Seiten sind jedoch nur mobil, im Browser auf Tablets und Smartphones verfügbar.

In Zukunft wird es wohl drei verschiedene Arten der eigenen Webseite geben: die normale Ansicht, die responsive Ansicht und die AMP-Seite. Bei der AMP-Seite wird die Seite oder der Artikel sofort geladen, aber nur jene Teile, die direkt nach dem Klick sichtbar sein müssen. Die Datenmenge bleibt insgesamt niedrig. Wird die Seite oder der Artikel dann geöffnet, lädt der Rest, wie ein Video oder ein Bild, unbemerkt nach. Dabei handelt es sich im Gegensatz zu Facebook Instant Articles um ein Open-Source-Projekt. Der Quellcode und die Dokumentation sind bei einem Open-Source-Projekt für jedermann verfügbar. AMP-Seiten erkennt man an ihrer Kennzeichnung mit einem Blitzsymbol.

Warum sollte man Google AMP verwenden?

Schon vor Jahren fanden Google und Amazon heraus, dass lange Ladezeiten eine große Menge an Umsatzeinbußen bedeuten. Im Online-Marketing zählt jede Millisekunde. Google stellte vor kurzem fest, dass die Aufmerksamkeitsdauer von Nutzern immer weiter abnimmt. Im Jahr 2000 war diese noch bei 10 Sekunden, im Jahr 2013 sank sie auf 8 Sekunden und bei Jugendlichen liegt diese sogar bei nur 2,8 Sekunden. Bei langen Ladezeiten steigt die Bounce-Rate (Absprungrate) auf 58 %. Accelerated Mobile Pages sind auf mobilen Geräten doppelt bis viermal so schnell wie herkömmliche Webseiten. Es gab vor Google AMP zwar schon sehr gut optimierte responsive Mobile-Friendly Seiten, doch diese können mit den AMP-Seiten nicht mithalten.

Mittlerweile laufen AMP-Seiten auf 700.000 Domains mit 600 Millionen Webseiten.

Warum ist Google AMP so schnell?

Wie bereits beschrieben handelt es sich bei einer AMP-Seite um eine entschlackte Version der eigentlichen Webseite. Das Grundgerüst der Seite wird schon vor am Aufruf geladen, um nach einem Klick so schnell wie möglich zu erscheinen. Videos, Werbebanner, Bilder und weitere Inhalte werden dann nachgeladen. JavaScript und HTML-Inhalte werden komprimiert und die Bilder werden direkt auf die Displaygröße angepasst. Dadurch wird viel Datenvolumen gespart und z.B. News werden viel schneller aufgerufen. Die Inhalte werden direkt vom Cache auf den Google-Servern geladen und nicht von den Servern der Publisher.

Einschränkungen von Google AMP

Leider sind Accelerated Mobile Pages aber auch nicht der “Heilige Gral” von Mobile-SEO, denn AMP-Seiten sind noch fehlerhaft und es gibt Einschränkungen. Diese schränken vor allem die Usability (Benutzerfreundlichkeit) der Webseite ein, aber auch die Strukturierung der Seite.

Folgende Fehler und Einschränkungen gibt es auf AMP-Seiten:

  • keine Navigation
  • keine weiterführenden Links
  • Schrift zu klein und kein Rand
  • nur vorgegebene JavaScript-Bibliotheken können genutzt werden
  • externe CSS-Dateien sind nicht möglich, nur ein style-Element mit max. 50 KB
  • einige CSS-Elemente sind nicht erlaubt
  • die Einbindung von Formularen auf der AMP-Seite ist nicht möglich
  • Seiten werden im Cache von Google abgerufen, nicht von den Webservern der Seitenbetreiber -> www.google.com/amp/URL-der-AMP-Seite
  • CSS-Dateien müssen stark reduziert werden, die genutzten JavaScript-Funktionen müssen durch die von Google AMP ersetzt werden
  • es wird nie funktionieren, dynamische Inhalte in Echtzeit zu aktualisieren

Google AMP Erweiterungen

Google ist sich der Einschränkungen und der Fehlerhaftigkeit seines neuen Mobile-Werkzeugs bewusst. Deshalb baut der Internet-Gigant immer mehr Erweiterungen für AMP ein. So sollen gewisse Funktionen dann doch umgesetzt werden können, aber nur solche, die das Framework vorgibt. JavaScript-Funktionen laufen nur mit vorhandenen Skripten, daran wollen die Kalifornier in Zukunft arbeiten. Überdies gibt es bereits Erweiterungen für die Integration eines Tracking-Codes und für die Unterstützung durch Google Analytics.

Seiten in AMP umwandeln

In Zukunft soll es möglich sein, schnell und gezielt eine Webseite in eine AMP-Seite umzuwandeln. Deshalb arbeitet Google gerade daran, diese Umwandlung zu beschleunigen. Dafür stellt der Konzern Plugins für CMS wie WordPress und Joomla zur Verfügung. Dies ist jedoch kein Plug & Play, denn die Standard-Templates müssen angepasst werden. Weitere Plugins für andere CMS sollen folgen.

Für wen lohnt sich Google AMP?

Jedes Unternehmen, das über Google gefunden werden will, ist theoretisch ein Kandidat für Google AMP. Zu Beginn des AMP-Projekts waren als Launchpartner eigentlich nur große Medienhäuser wie die New York Times, der Guardian, die FAZ und Spiegel Online an Google AMP interessiert. Doch vor allem für Online-Shops und E-Commerce eignet sich Accelerated Mobile Pages besonders. Im Jahr 2015 wurden bereits 30 Prozent Online-Shoppings über mobile Plattformen wie Tablets und Smartphones abgewickelt. Mobile Geräte nehmen beim digitalen Einkaufen einen immer höheren Stellenwert ein. Google AMP könnte die Nutzererfahrung beim Online-Shopping gravierend verbessern, steckt hier aber zum Teil noch in den Kinderschuhen.

Mobile-First – Die Zukunft von SEO

Wie man anhand des AMP-Projekts sieht, will Google den Mobile-Markt unbedingt für sich gewinnen. Nichts wird 2017 im Bereich SEO so wichtig sein wie die Optimierung auf mobile Geräte. Ein gutes Zeichen dafür war die Zweiteilung des Index. Im Jahr 2017 wird der mobile Index der primäre für Google. Dies hat dann auch viel Gewicht für das Ranking. Die SEO-Welt steht vor einem gewaltigen Umbruch und die Revolution hat bereits begonnen.

Jeder, der eine Webseite besitzt, sollte sich mit den Accelerated Mobile Pages auseinandersetzen. Denn wer heute sich schon mit dem Thema beschäftigt, der kann sich einen großen Wettbewerbsvorteil verschaffen. In Zukunft wird es mehr AMP-Plugins für CMS geben und sogar ganze Frameworks sind bereits in der Entwicklung. Vielleicht ist bald sogar die AMP-Seite die primäre und die Desktop-Seite die Erweiterung. Wer also nicht schon heute AMP in seine Pläne einbindet, der kann im Jahr 2018 schon ein Verlierer sein.

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Christian Mantovan
Mein Name ist Christian Mantovan. Seit etwa drei Jahren arbeite ich im Bereich SEO, SEA, Social-Media-Marketing und Content-Marketing. Ich bin Geschäftsführer der SEO-Agentur Digital-Ascent in Regensburg. Die ständige Veränderung und der stetige Wettbewerb faszinieren mich an der Optimierung von Webseiten.

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