Google Chrome: 63 % Marktanteil

Anfang 2005 hatte der Internet Explorer von Microsoft einen weltweiten Marktanteil von weit über 80 %. Dann wurde der Mozilla Firefox zum führenden Webbrowser und erreichte 2010 in Deutschland einen Anteil von gut 62 %. Nun belegt Google Chrome den Spitzenplatz – rund 63 % aller Nutzer verwenden ihn derzeit.

Sein Hauptkonkurrent Firefox wurde erst im Herbst 2017 grundlegend überarbeitet. Seitdem ist er deutlich schneller geworden und lässt sich viel agiler bedienen. Ein entscheidender Punkt an Firefox ist, dass der Anbieter Mozilla keine kommerziellen Interessen im klassischen Sinne verfolgt, sondern sich für ein freies und offenes Internet einsetzt.

Der Nachfolger des Internet Explorers, Microsoft Edge, überzeugt mit seiner übersichtlichen Benutzeroberfläche, seiner Geschwindigkeit und Ressourcen-Sparsamkeit. Wenn man ein Notebook oder Tablet im Batteriebetrieb nutzt, fällt die längere Akkulaufzeit merklich auf. Allerdings soll es in jüngerer Zeit Probleme bei der Wiedergabe von YouTube-Videos geben, durch die diese Vorteile ausgehebelt werden. Kurz vor Weihnachten kam in der Presse die Mutmaßung auf, dass der Browser bei der Wiedergabe von YouTube-Videos möglicherweise absichtlich ausgebremst werde, was man bei Google abstreitet.

Wer es besonders modern mag, dürfte mit dem norwegischen „Opera“-Browser auf seine Kosten kommen. Er nutzt dieselbe Rendering-Engine wie Google Chrome („Chromium“), bringt aber viele nützliche Zusatzfunktionen mit, die alle anderen Browser weit hinter sich lassen.

Konkurrenz weit abgeschlagen

Und trotzdem liegen diese drei Browser momentan weit abgeschlagen hinter Chrome. Das ist schade, unter anderem weil Konkurrenz das Geschäft belebt. In den letzten Monaten hat man bei Google dem eigenen Browser außerdem einige umstrittene Features verpasst – beispielsweise wird es Nutzern seit kurzem noch mehr erschwert, Flash-Inhalte abzuspielen – obwohl der offizielle Support für Flash erst im Jahr 2020 endet. Adobe Flash ist dafür bekannt, dass immer wieder neue Sicherheitslücken entdeckt werden, die dann aber zeitnah mit Updates geschlossen werden. Insbesondere auf älteren Webseiten findet man hier und da noch Flash-Animationen. Mit HTML5 kann man Flash quasi vollständig ersetzen, doch kann es sich nicht jeder Kleinbetrieb leisten, alle paar Jahre seine Website grundlegend überarbeiten zu lassen. Wer noch eine ältere Website besitzt, kann deshalb schnell ins Hintertreffen geraten.

Ebenfalls vieldiskutiert ist der Umstand, dass Google Chrome seine Nutzer seit geraumer Zeit immer warnt, wenn diese eine klassische, nicht-verschlüsselte http://-Seite öffnen. Und das selbst dann, wenn auf den Seiten gar keine (sensiblen) Informationen abgefragt werden. Beim bloßen Besuch einer http://-Website, beispielsweise zum Lesen von dort angebotenen Texten, besteht eigentlich gar kein Sicherheitsrisiko – der Nutzer wird in diesem Fall aber dennoch verunsichert.

Früher war es Microsoft, dann Mozilla und jetzt ist es Google, die den Browser-Markt beherrschen. Es gibt quasi immer einen führenden Browser, dessen Hersteller dann den Ton angibt, auch was neue Standards anbelangt. Sinnvoller und besser für die Nutzer wäre ein ausgewogenes Marktverhältnis aus mehreren Browsern, so dass mehrere Hersteller sich gemeinsam auf zukünftige Standards und Vorgehensweisen einigen müssen, als dass jeweils nur einer die Richtung vorgibt.

Das zu ändern, hat jeder Nutzer selbst in der Hand. Alle Webbrowser sind kostenlos, man muss lediglich eine Entscheidung treffen.

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