Google Chromes neuer Ad-Filter aktiviert

Seit Donnerstag ist der neue Ad-Filter in Google Chrome aktiv. Er blockiert Internetwerbung nicht generell, sondern zielt auf bestimmte Formen davon ab. Insbesondere auf besonders störende und nervtötende Werbung. So werden beispielsweise Pop-Up-Anzeigen, automatisch startende Video-Ads mit aktiviertem Ton sowie Ads mit Countdown von dem Webbrowser blockiert.

Welche Werbeformen unterdrückt werden, hat die „Coalition for Better Ads“ festgelegt. Ein Komitee, dem neben Google u. a. Microsoft, Unilever, Procter & Gamble und Axel Springer angehören. Um welche Art von Werbeanzeigen es sich handelt, kann hier nachgelesen werden: https://www.betterads.org/standards/

Mit „AdWords“ ist Google allerdings selbst als Anbieter für Online-Werbung aktiv und damit sehr erfolgreich. Kritiker des Ad-Filters sehen deshalb einen Versuch des Konzerns, mithilfe des neuen Filters die eigene Marktmacht weiter ausbauen zu wollen. Zurzeit ist Google Chrome weltweit der Webbrowser mit dem größten Marktanteil.

Allerdings dürfte der Werbeblocker eher selten aktiv werden. Bei Google hat man anhand von Stichproben ermittelt, dass er bei nur unter einem Prozent aller Websites eingreift. Die Auswirkungen im Alltag werden daher wahrscheinlich gering sein, zumal die meisten seriösen Websites und Portale die beanstandeten Werbeformen gar nicht einsetzen. Eine Ausnahme könnten allerdings Pop-Up-Anzeigen bilden, bei denen der Seiteninhalt abgedunkelt wird und die Anzeige im Vordergrund erscheint. Diese Werbeform ist noch verhältnismäßig oft anzutreffen. Ob der Filter in diesem Fall immer greift, wird sich im Laufe der Zeit zeigen.

Wie kann ich feststellen, ob meine eigene Website betroffen ist?

Wenn Google Chrome Werbung unterdrückt, zeigt der Webbrowser dem Nutzer einen entsprechenden Hinweis an. Man kann also bereits erkennen, ob eigene Seiten betroffen sind, indem man sie mit der aktuellen Version von Google Chrome besucht. Wer seine Website bei der Google Search Console angemeldet hat, erhält hierüber ebenfalls einen Hinweis, wenn eigene Seiten gegen die „Better Ads“-Standards des Komitees verstoßen.

2 KOMMENTARE

  1. Danke für den informativen Beitrag!

    Der Beweggrund für die Einrichtung des neuen Ad-Filters bei Google Chrome ist offensichtlich: Um unliebsame Konkurrenzwerbung auszuschalten. Wenn der Filter allerdings nur bei weniger als einem Prozent aller Websites aktiv wird, muss man sich deswegen wahrscheinlich keine allzu großen Sorgen machen.

    SG

    • Hallo Samuel,

      zu dem Gremium gehören neben Google auch andere Unternehmen und Organisationen wie der BVDW.
      Es ist durchaus auch im Sinne des Nutzers, wenn bestimmte Werbeformen blockiert werden. Automatisch startende Video-Ads können zum Beispiel als sehr störend empfunden werden und gerade auf mobilen Geräten den Seitenaufbau verlangsamen.
      Wie Du richtig zusammenfasst, wird der Ad-Filter für die meisten Werbetreibenden kaum einen Einfluss haben, da Internetwerbung nicht generell geblockt wird, sondern eben nur die als besonders störend empfundene Werbung.

      LG, Nils

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