Google: Neue Linkattribute vor der Einführung

Im Google Webmaster Central Blog wurde überraschend die Einführung neuer Linkattribute zu Anfang März 2020 angekündigt. Allseits bekannt ist bislang das „nofollow“-Attribut, das beispielsweise bei Werbelinks eingesetzt werden soll, damit der Googlebot den Link ignoriert und der Werbetreibende keinen ungerechtfertigten Vorteil dadurch erlangt.

Es gibt jedoch immer wieder Grauzonen, in denen ein „follow“ möglicherweise zu wenig und ein „nofollow“ zu viel wäre. Aus diesem Grund werden jetzt zwei weitere Attribute eingeführt, mit denen sich zwei häufige Szenarien bedienen lassen.

Die beiden neuen Linkattribute lauten „sponsored“ für gesponsorte Links und „ugc“ für nutzergenerierte Inhalte („User Generated Content“). Sie sollen Google ab dem kommenden Frühjahr dabei unterstützen, den Kontext eines Links noch besser zu erkennen. Man kann sogar mehrere Attribute kombinieren, beispielsweise „ugc sponsored“ oder gar „nofollow ugc“ – letzteres unterstützt Google trotz „nofollow“ dabei, den Charakter der verlinkten Seite besser interpretieren zu können.

Die neuen Linkattribute stellen eine Art Mittelwert aus „follow“ und „nofollow“ dar. Wer also bereits „nofollow“ für bestimmte Links verwendet ist damit auf der sicheren Seite und muss diese nicht zwangsläufig anpassen – außer, er möchte der verlinkten Website etwas Gutes tun und entsprechende Linksignale übermitteln.

Interessant wird es bei der Frage, und die kann zurzeit noch niemand seriös beantworten, was passiert, wenn jemand auf unliebsame Seiten verlinkt und diese absichtlich fehlerhaft als „sponsored“ oder „ugc“ deklariert. Es kann sein, dass dies keine negativen Auswirkungen auf die Zielseite hat, sondern damit lediglich bestimmt wird, wieviel „Kraft“ von der Quellseite dorthin übergeben wird. Möglicherweise könnte Google die Zielseite ab einem bestimmten Anteil an Links jedoch auch in ein entsprechendes Cluster einsortieren – mitsamt den möglichen Nachteilen, die das dann für die Seite haben kann. An dieser Stelle müsste sich der Betreiber der verlinkten Seite dann selbst helfen, indem er die eingehenden Links abwerten lässt („Disavow“).

In dem Blogbeitrag wird übrigens erwähnt, dass „nofollow“-Links im Zuge der Umstellung ebenfalls als Hinweis für ein Rankingsignal für die verlinkte Seite herangezogen werden können. Das ist ein Novum; in den letzten Monaten war in SEO-Kreisen allerdings schon häufiger darüber diskutiert worden, ob Google möglicherweise auch „nofollow“-Links für die Berechnung des Rankings heranziehen könnte – wenn auch in stark abgeschwächter Form. Diese Aussage lässt diese Spekulationen, zumindest ab dem 1. März, hinfällig werden.

Wir werden das Thema rund um die neuen Linkattribute weiter beobachten und Euch auf dem Laufenden halten.

Hier findet Ihr den Original-Blogpost von Google:
https://webmasters.googleblog.com/2019/09/evolving-nofollow-new-ways-to-identify.html

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