Instagram hat einen neuen Algorithmus

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Ende der Chronologie?

Wir erinnern uns: Noch vor einigen Jahren war es für soziale Netzwerke Standard, Inhalte in chronologischer Reihenfolge aufzubereiten. Mit der Zeit sind jedoch viele von diesem Vorgehen abgewichen.

Mit eigenen Algorithmen werden nun meist nicht mehr die neuesten, sondern die für den Nutzer relevantesten Inhalte angezeigt. Zwar kann man oft darüber streiten, ob die Algorithmen wirklich das Wichtigste korrekt herausarbeiten – aber die Intention ist klar.

Es geht vor allem darum, die Feeds so weit es geht zu personalisieren. So wollen die Netzwerke die Aufenthaltdauer der Nutzer vergrößern und zugleich sicher auch mehr über Werbemöglichkeiten erfahren.

Eine solche Umstellung hat Facebook – zu dem Instagram mittlerweile gehört – bereits im Jahr 2009 vorgenommen. Auch Twitter hat dies vor Kurzem (in eingeschränktem Maße) versucht, jedoch mit ungewissem Ausgang.

Man verpasst viel

Nun ist auch bei Instagram die Zeit gekommen, um sich vom chronologisch aufgebauten Feed zu verabschieden. Denn der Dienst ist der Meinung, dass die Nutzer zu viele Dinge, die für sie relevant wären, schlicht und einfach verpassen – bis zu 70% ihres Feeds.

Dies liegt zum großen Teil daran, dass ein wachsendes Netzwerk (Instagram hat mittlerweile mehr als 400 Millionen Nutzer) von zu vielen Inhalten überflutet wird. Ab einer gewissen Größe ist die chronologische Anordnung also nur noch bedingt sinnvoll.

Zudem verpasst man bei eine chronologischen Aufteilung meistens Posts von Nutzern, die in anderen Zeitzonen sitzen. Dies ist oft kontraproduktiv, da man diese vielleicht überdurchschnittlich interessant findet.

Im Gegenzug wirkt eine chronologische Anordnung jedoch dem Entstehen einer Filterblase entgegen, in der man nur noch das mitbekommt, was die eigene Meinung unterstützt. Abweichende Positionen sind dann praktisch nicht mehr präsent.

Doch bei einem Dienst wie Instagram ist dies eher ein kleines Problem. Denn das Netzwerk ist nicht wortgetrieben sondern konzentriert sich auf Bilder. Hier geht es also eher darum, das zu sehen, was man ansprechend findet.

Instagram stellt um

Künftig wird die Anordnung der Fotos und Videos also so gestaltet sein, dass der Nutzer das zuerst sieht, von dem Instagram glaubt, dass es das Spannendste und Wichtigste für sie oder ihn ist. Auch die persönliche Verbindung mit dem Postenden wird dabei eine Rolle spielen.

So will Instram sicher stellen, dass die 30%, die man aktiv mitbekommt, auch die besten und wichtigsten 30% des gesamten Feeds sind. Das Ganze wird langsam ausgerollt, um Nutzer nicht mit zu vielen Neuerungen zu verschrecken.

Damit wird es auch hier für kommerzielle Anbieter noch schwieriger, die Zielgruppe zu erreichen. Denn wenn diese sich offensichtlich nicht für die angebotenen Inhalte interessiert oder mit diesen interagiert, ist nun die Hintertür der chronologischen Anzeige geschlossen.

Im offiziellen Blogpost bittet Instagram seine Nutzer zudem um Feedback. Damit soll der neue Algorithmus immer weiter angepasst und verfeinert werden. Wir dürfen daher gespannt sein, wie gut die erste Version bereits sein wird.

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Nach meinem Studium der Politikwissenschaften (Schwerpunkt Diplomatie) habe ich im Juni 2015 das SEO Portal bei der imwebsein GmbH mitgegründet. Seit Januar 2017 bin ich nun als Chefredakteur für den redaktionellen Teil zuständig. Daneben kümmere ich mich als ehrenamtlicher Pressewart um die Öffentlichkeitsarbeit des Badminton-Club Tempelhof.

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