Instagram, Snapchat und Co.: Andere soziale Netzwerke

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31.03.2016: Instragram mit 1-minütigen Videos

Bislang erlaubte es Instagram seinen Nutzern lediglich, kurze Videoschnipsel von maximal 15 Sekunden Länge hochzuladen. Die Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen der weiter auszuholen sind dabei selbstredend begrenzt. Daher wird Instagram diese Grenze künftig anheben.

Ab sofort können die Videosequenzen sogar vier Mal so lang sein, nämlich eine volle Minute. Damit gibt es immer noch eine vergleichsweise restriktive Begrenzung, welche die Publisher dazu zwingt, sich auf wirklich Wichtiges zu beschränken. Andererseits erhalten sie die Möglichkeit, etwas mehr Preis zugeben und eine längere Geschichte zu erzählen.

Mehr Zuschauer

Instagram begründet diese Änderung damit, dass die Anzahl der Nutzer, die sich Videos auf dieser Plattform anschauen, rasant ansteigt (im letzten halben Jahr um 40%). Dem möchte man nun Rechnung tragen, indem man die Nutzer dazu ermuntert, längere und bessere Videos zu produzieren.

Und auch für den Bilderdienst selbst dürfte sich diese Änderung auszahlen. Denn so kann Instagram zudem mehr Nutzer im eigenen Kosmos halten, die für ihr Videovergnügen sonst zu anderen Plattformen gewechselt wären. Längere und hochwertigere Nutzungszeiten könnten die Folge sein.

Für Marketer bedeutet die Änderung, dass sie auch in ihre Instagram-Videos zusätzliche Ressourcen investieren können und sollten. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Videomarkt auf dieser Plattform in absehbarer Zeit einbrechen könnte. Hier ergeben sich also neue Chancen in der Kundenansprache.

Neue Features und sofortiger Rollout

Für iOS besteht darüber hinaus nun wieder die Möglichkeit, mehrere Clips aus dem eigenen Speicher zu einem längeren Video zusammenzufügen. Damit kann man aus den Schnipseln, die sich mit der Zeit ansammeln, eine spannende Kollage erstellen. Dieses Feature gab es schon einmal und scheint in letzter Zeit wieder vermehrt gefordert worden zu sein.

Die neuen Videos bei Instagram werden ab sofort ausgerollt. Der Rollout könnte sich allerdings einige Wochen hinziehen, sodass noch nicht jeder Nutzer umgehend längere Videos erstellen kann. Auf Sicht sollte es allerdings für jeden Account nutzbar sein. Wir sind gespannt, wie diese Videos von der Community angenommen werden.


17.03.2016: Neuer Algorithmus bei Instagram

Wir erinnern uns: Noch vor einigen Jahren war es für soziale Netzwerke Standard, Inhalte in chronologischer Reihenfolge aufzubereiten. Mit der Zeit sind jedoch viele von diesem Vorgehen abgewichen.

Mit eigenen Algorithmen werden nun meist nicht mehr die neuesten, sondern die für den Nutzer relevantesten Inhalte angezeigt. Zwar kann man oft darüber streiten, ob die Algorithmen wirklich das Wichtigste korrekt herausarbeiten – aber die Intention ist klar.

Es geht vor allem darum, die Feeds so weit es geht zu personalisieren. So wollen die Netzwerke die Aufenthaltdauer der Nutzer vergrößern und zugleich sicher auch mehr über Werbemöglichkeiten erfahren.

Eine solche Umstellung hat Facebook – zu dem Instagram mittlerweile gehört – bereits im Jahr 2009 vorgenommen. Auch Twitter hat dies vor Kurzem (in eingeschränktem Maße) versucht, jedoch mit ungewissem Ausgang.

Man verpasst viel

Nun ist auch bei Instagram die Zeit gekommen, um sich vom chronologisch aufgebauten Feed zu verabschieden. Denn der Dienst ist der Meinung, dass die Nutzer zu viele Dinge, die für sie relevant wären, schlicht und einfach verpassen – bis zu 70% ihres Feeds.

Dies liegt zum großen Teil daran, dass ein wachsendes Netzwerk (Instagram hat mittlerweile mehr als 400 Millionen Nutzer) von zu vielen Inhalten überflutet wird. Ab einer gewissen Größe ist die chronologische Anordnung also nur noch bedingt sinnvoll.

Zudem verpasst man bei eine chronologischen Aufteilung meistens Posts von Nutzern, die in anderen Zeitzonen sitzen. Dies ist oft kontraproduktiv, da man diese vielleicht überdurchschnittlich interessant findet.

Im Gegenzug wirkt eine chronologische Anordnung jedoch dem Entstehen einer Filterblase entgegen, in der man nur noch das mitbekommt, was die eigene Meinung unterstützt. Abweichende Positionen sind dann praktisch nicht mehr präsent.

Doch bei einem Dienst wie Instagram ist dies eher ein kleines Problem. Denn das Netzwerk ist nicht wortgetrieben sondern konzentriert sich auf Bilder. Hier geht es also eher darum, das zu sehen, was man ansprechend findet.

Instagram stellt um

Künftig wird die Anordnung der Fotos und Videos also so gestaltet sein, dass der Nutzer das zuerst sieht, von dem Instagram glaubt, dass es das Spannendste und Wichtigste für sie oder ihn ist. Auch die persönliche Verbindung mit dem Postenden wird dabei eine Rolle spielen.

So will Instram sicher stellen, dass die 30%, die man aktiv mitbekommt, auch die besten und wichtigsten 30% des gesamten Feeds sind. Das Ganze wird langsam ausgerollt, um Nutzer nicht mit zu vielen Neuerungen zu verschrecken.

Damit wird es auch hier für kommerzielle Anbieter noch schwieriger, die Zielgruppe zu erreichen. Denn wenn diese sich offensichtlich nicht für die angebotenen Inhalte interessiert oder mit diesen interagiert, ist nun die Hintertür der chronologischen Anzeige geschlossen.

Im offiziellen Blogpost bittet Instagram seine Nutzer zudem um Feedback. Damit soll der neue Algorithmus immer weiter angepasst und verfeinert werden. Wir dürfen daher gespannt sein, wie gut die erste Version bereits sein wird.

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