Als vor fünf Jahren Windows 10 erschien, war von Anfang an der damals neu entwickelte „Edge“-Browser mit an Bord. Er trat die Nachfolge des in die Jahre gekommenen Internet Explorers an. Alte Technologien wie ActiveX wurden mit ihm über Bord geworfen und die Rendering-Engine EdgeHTML sorgte für ein überraschend schnelles Browsen im Web und unterwegs gleichzeitig für längere Akkulaufzeiten.

Doch waren nicht alle Webseiten und Onlineangebote vollständig kompatibel mit dem Browser. Aufgrund seines anfänglich eher geringen Marktanteils wurde er von vielen Webdesignern vernachlässigt.

Deshalb hat man bei Microsoft entschieden, die eigene EdgeHTML-Engine einzustampfen und stattdessen die Chromium-Engine zu verwenden, die auch in Googles Chrome-Browser eingesetzt wird. Derselbe Schritt wurde vor Jahren schon beim norwegischen „Opera“-Browser vollzogen, wo man die eigene Engine ebenfalls aufgab.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Ein Vorteil liegt darin, dass Webseiten unter Verwendung derselben Rendering-Engine gleich dargestellt werden. Ein lästiges Anpassen des Designs an mehrere Webbrowser entfällt dadurch.

Ein Nachteil ist hingegen, dass nun fast alle Webbrowser die Chromium-Engine nutzen und daher auf dem Markt weniger Wettbewerb als früher herrscht. Betrachtet man alle populären Webbrowser, so wird jetzt nur noch bei Mozilla Firefox und Apple Safari eine andere Rendering-Engine eingesetzt.

Seit Anfang 2020 ist die neue Version des Edge-Browsers für die Allgemeinheit erhältlich. Die neue Version und ihre Handhabung wirken deutlich hochwertiger und ansprechender. Inkompatible Webseiten gehören jetzt der Vergangenheit an und das Design wirkt ausgegorener und entfernt sich ein Stück weit vom bisherigen „Flat“-Design.

Bislang musste man die Installation des neuen Edge händisch anstoßen, andernfalls blieb die bisherige Fassung des Browsers auf dem System. Seit dem Erscheinen der neuen Edge-Version hat sich der Browser in den Bereichen Desktop und Laptops weltweit auf Platz 2 der beliebtesten Webbrowser hochgearbeitet (Stand: Mai 2020). Er folgt nun direkt auf Google Chrome – wenn auch mit großem Abstand, da der Chrome-Browser weiterhin Marktführer ist. Bislang belegte Mozilla Firefox den zweiten Platz, nun ist er auf Platz 3 abgerutscht. Wir sind gespannt, wie es weitergehen wird.

Seit Anfang Juni wird der neue Edge nun schrittweise über Windows Update ausgeliefert. Dabei wird die alte Version automatisch durch die neue ersetzt.

Bild: Gerd Altmann / Pixabay.com

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