Recap zur OMK 2016 in Lüneburg

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Die OMK 2016

foyer_universitaet_lueneburgDer Studienabschluss liegt für die meisten Jahre zurück, doch trotzdem drängen sich am 29. September 2016 über 600 Leute in die Gänge der Leuphana Universität in Lüneburg, machen es sich auf den gepolsterten Sitzreihen in den Hörsälen gemütlich und klappen, die Tische nach oben, um kleine Goodies abzulegen. Der Grund? Die Agentur Webnetz lädt in Zusammenarbeit mit der Universität zur OMK – der Online Marketing Konferenz. Und das schon zum wiederholten Male. Das Konzept hat Erfolg und so wird in der Begrüßung durch Geschäftsführer Patrick Pietruck auch direkt darauf hingewiesen, dass es sich um eine Non-Profit Veranstaltung handelt, deren Überschüsse der Universität zu Gute kommen.

Das Programm für den Tag ist vielversprechend, wenn auch etwas SEO-lastig – und natürlich fällt es wie immer schwer, sich für einen Vortrag zu entscheiden, da stets zwei parallel laufen und noch dazu separate Workshops angeboten werden. Die Lösung der Veranstalter? Eine Live-Twitter-Wall, auf welcher alle Tweets einlaufen, die mit dem Hashtag #omk2016 veröffentlicht werden. So hat man im Laufe des Tages Glück, die ein oder andere Botschaft aus Vorträgen zu erhaschen, bei denen man nicht direkt anwesend ist. Eine super Idee!

herzlich_willkommen_omkDamit auch die Universität in der Begrüßung vertreten ist, meldet sich Professor Dr. Funk direkt per Videobotschaft aus dem Silicon Valley zu Wort und liefert prompt 5 gute Gründe für die OMK. Doch überzeugt werden muss von der Konferenz wohl niemand mehr. Vielmehr sind nun alle gespannt, dass es endlich losgeht.

 

Oliver Busch von Facebook spricht in seiner Keynote über Programmatic Creativity und überrascht mit allerlei Best-Practice-Beispielen – vom Schuhdesigner bis zum Kaffeeproduzenten. Wie kann man es schaffen, Technik, Big Data und vor allem Kreativität zusammenzubringen? Dabei wird deutlich, dass Facebook natürlich um seine besondere Stellung, was die Sammlung von nutzerbezogenen Daten betrifft, weiß. Oliver kündigt für die Zukunft spannende Veränderungen für Werbetreibende bei Facebook an, aber die sind natürlich noch Top Secret. Aber er schafft es, neue Impulse zu setzen, was das Thema Kreativität betrifft und macht deutlich, dass das Rad nicht immer neu erfunden werden muss, sondern dass man durchaus „mit dem großen Lego-Haufen arbeiten soll, statt neue Steine zu bestellen“!

Die Stimmung entscheidet

Prof. Dr. Herbst von der Universität der Künste in Berlin referiert im Anschluss über einzigartige Markenerlebnisse und macht den Zuhörer bewusst, dass das Sehen und Wahrnehmen von Werbung auch immer abhängig von der aktuellen Situation ist. So wird eine Botschaft am Strand natürlich anders wahrgenommen als in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Die Stimmung des Nutzers ist entscheidend – doch haben Werbetreibende natürlich einen schlechten Zugang zu den Emotionen ihrer Zielgruppe. Jedoch wird das Thema Emotional Boosting für die Zukunft immer wichtiger werden.

post_its_anke_xingAnke Probst von XING veranschaulicht uns anschließend Teile der SEO-Strategie ihres Arbeitgebers und schwärmt von bunten Post-Ist, die ihr die Arbeit erleichtern. So geht es weniger darum, neue SEO-Strategien zu teilen, sondern die Herangehensweise beim Thema SEO immer wieder zu hinterfragen. Was ist der kleinste gemeinsame Nenner eines Problems und wie kann ich es erfolgreich angehen?

Dr. Schlosser von adform spricht im Anschluss über Data Management und darüber, welche Mammutaufgabe dahintersteht. Das Zitat seines Vortrags: „Den Spaß macht keiner, wenn er nicht auch Geld damit verdienen kann!“. Besonders vorbildlich ist dabei seine unterhaltsame und recht neutrale Erklärung zum Thema Daten sammeln und segmentieren, ohne daraus eine Werbeveranstaltung für sein eigenes Unternehmen zu machen.

Smart Data

Prof. Dr. Beier, eigentlich Teilchenphysiker, startet mit einer Kuriosität in seinen Vortrag zum Thema Contextual Marketing. Er erklärt, was ein Hibbelinchen und Hibbeln bedeutet und was man sich aus diesem Phänomen für eigene Werbemaßnahmen entnehmen kann. So macht er deutlich, dass man diese besondere Zielgruppe der „schwangerschaftsfanatischen“ jungen Frauen auf Google eben nicht nur bei der gängigen Suche nach Vitaminen und Co. erreicht, sondern auch den semantischen Context in Betracht ziehen sollte. Es sind also nicht immer nur die Keywords, an die man sofort denkt! Big Data + Context = Smart Data!

Heute in Hamburg ist eine Erfolgsstory und so ist Mitbegründer Patrick Henke nicht verlegen, davon zu berichten. So hat das Portal für Freizeitgestaltung in der Hansestadt nicht direkt mit einer Website begonnen, sondern sollte eine gepflegte Facebook Fanseite Aufschluss darüber geben, ob eine Website oder das gesamte Konzept überhaupt Sinn machen. Auch hier galt also wieder: Think outside of the box und hinterfrage deine Herangehensweise!

popcorn_omkDer Vortrag von Gabriel Beck beginnt mit Technikproblemen und so unterhält Webnetz-Geschäftsführer Sebastian Loock die neugierige Meute mit Laola-Wellen durch die Reihen im Hörsaal und Selfies, auf denen jeder angehalten ist, Grimassen zu schneiden. Doch dann kann es losgehen und das Thema Wachstum wird gut umrissen. So zeigt Gabriel die beste Herangehensweise – von der Definition eines Problems über die Strategie bis hin zum Testen und Optimieren. Dabei appelliert er an die Zuhörer, dass immer auch die Nutzerziele in Betracht gezogen werden sollen und nicht nur die eigenen Business-Ziele.

Mehr Umsatz auf Amazon

Und schon geht es weiter mit SEO und zwar dem speziellen Gebiet Amazon-SEO. Franz Jordan führt uns ein in die Welt der Produkt-Suchmaschine und wie man es schaffen kann, auf der ersten Seite zu landen. Denn ähnlich wie bei Google gilt, 97% des Traffics entfallen auf die ersten 3 Seiten. Doch anders als bei der größten Suchmaschine ist für das Ranking auf Amazon auch entscheidend, wie gut sich Produkte in der Vergangenheit verkauft haben. So gibt es allerlei Tipps für die Optimierung der Produkteinträge und die Erhöhung des Absatzes. Danke dafür.

Heiko Stammel kommt von der Welt und spricht über den Relaunch des Nachrichtenportals und wie sie es geschafft haben, von der langsamsten Nachrichtenseite Deutschlands zur schnellsten zu werden. „Wenn es zu viel Werbung für die Welt ist, sagt Bescheid“ – ist es nicht. Vielmehr ist es sehr interessant zu verfolgen, vor welchen Herausforderungen man bei einem so großen Relaunch steht und wie die Verantwortlichen dies gemeistert haben.

martin_st_pauliDer interessante Tag endet mit einem Vortrag von Martin Drust über den FC St. Pauli und wie dem Verein der Spagat zwischen eigener Ideologie und Kommerz gelingt. Einst als „FC EdHardy“ verspottet, zeigt Martin, wie sich die Marke St. Pauli selbst definiert hat und warum es manchmal gar nicht so schlecht ist, kommerziell zu sein. Warum ist Fritz Cola der bessere Sponsor als Coca-Cola und wie bleibt man sich selbst treu? Ein unterhaltsamer Abschluss eines interessanten, aber auch langen Tages.

Fazit

foodtruck_omkDen Veranstaltern ist eine schöne Konferenz gelungen, welche gut organisiert war. Stets wurde man mit Getränken versorgt und konnte zum Frühstück und Kaffee snacken. Mittags gab es allerlei Möglichkeiten den Hunger zu stillen – von der Mensa bis hin zu Foodtrucks mit lecker Burgern. Und wer noch nicht satt war, der wurde nachmittags noch mit frischem Popcorn überrascht.

Im Foyer waren einige Informationsstände von BING und anderen aufgebaut, doch blieb zwischen den Vorträgen kaum Zeit, diese zu besuchen. So kam leider auch das Netzwerken etwas zu kurz, da man stets darauf bedacht war, in den 10 Minuten Zeit zwischen den Vorträgen den nächsten freien Platz finden und einzunehmen. Andere Räumlichkeiten, ohne Klapptische, wären dafür sicher besser geeignet gewesen. Zudem streikte in den Hörsälen häufig die Technik, was die mit 30 Minuten ohnehin sehr kurz bemessenen Vorträge zusätzlich verkürzt hat.

Für die kommenden Jahre wären daher weniger, aber dafür längere Vorträge mit mehr Möglichkeiten zum Austausch untereinander wünschenswert. Und natürlich würde ich mich persönlich sehr freuen, wenn mehr Social Media- und Suchmaschinenmarketing-Themen Einzug halten würden. Denn eins ist gewiss – nächstes Jahr werden wir wieder nach Lüneburg kommen, denn der ausgewogene Mix aus Unterhaltung und Information hat echt Spaß gemacht!

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Sabrina arbeitet bei den Klickkomplizen und war für uns auf der OMK 2016 unterwegs.

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