Am Montag überschlugen sich in der SEO-Szene die Meldungen: Verschiedene SEO-Tools zeigten starke Ausschläge an. Bei Twitter und in SEO-Foren meldeten sich zahlreiche Optimierer zu Wort. Schnell las man in den Medien, dass gerade das größte Google-Update aller Zeiten eingespielt werde.

Uns kam das seltsam vor, zumal Google seit einiger Zeit größere Algorithmus-Updates vorher ankündigt. Also entschieden wir uns bewusst dafür, nicht auf diesen Zug aufzuspringen, sondern erst abzuwarten, was wirklich dahintersteckt. Dass SEO-Tools für kurze Zeit Veränderungen anzeigen und sich die Werte danach wieder normalisieren, passiert außerdem häufiger mal.

Und das hat sich ausgezahlt: Denn es handelte sich um kein Algorithmus-Update, sondern lediglich um einen Fehler seitens Google. Dieser soll mittlerweile übrigens wieder behoben sein.

Selbst wenn es sich tatsächlich um ein größeres Update gehandelt hätte: Panik und Aktionismus sind keine guten Ratgeber. Das tatsächliche Ausmaß der Rankingveränderungen lässt sich nämlich meist erst Tage später sicher ablesen.

Auch treten kurzzeitige Schwankungen aus unserer Erfahrung immer wieder mal auf und verschwinden oft wieder genauso schnell, wie sie gekommen sind.

Welche Updates sind tatsächlich geplant?

Richten wir den Blick stattdessen lieber auf die Updates, die tatsächlich geplant sind:

Google treibt seine Mobile-First-Indexierung weiter voran. Bis Ende 2020 soll im Idealfall nur noch die Mobilversion einer Website für die Indexierung beachtet werden (wir berichteten).

Ab 2021 soll es einen weiteren Rankingfaktor geben, welcher die Nutzererfahrung einer Webseite berücksichtigt („Page Experience“, wir berichteten). Dabei soll unter anderem die „Contentstabilität“ betrachtet werden – darunter versteht man das unkontrollierte Herumspringen des Seiteninhalts, wenn nachträglich Bilder oder andere Inhalte geladen werden.

Genau dieses Herumspringen gilt es ab da möglichst zu vermeiden. Dieses geplante Update wurde lange vorher angekündigt, so dass Webmaster und SEOs die Möglichkeit haben, ihre Seiten darauf vorzubereiten.

Kleinere Google-Updates gibt es jedes Jahr viele, die meisten davon werden nicht einmal bekanntgegeben und fallen oft gar nicht auf.

Fazit

Bei jedem Ausschlag von Messwerten in Alarmismus zu verfallen ist nicht zielführend. Ebenso ist es unverantwortlich, ohne dass weitere Informationen vorliegen die Nachricht eines sehr großen Google-Updates in die Welt zu setzen.

Natürlich sollte man Veränderungen bei Messwerten beobachten, doch ein unmittelbares, unbedachtes Gegensteuern richtet unter Umständen mehr Schaden an als dass es nützt.

Wichtig ist, dass man als SEO seine „Hausaufgaben“ macht. Denn dann ist man in der Regel auch gegen den nächsten größeren Sturm (= Update) gewappnet. Nach einem größeren Update sollte man ein paar Tage warten und danach die tatsächlichen Auswirkungen analysieren. Denn erst dann lässt sich ablesen, welche Änderungen sich durch das Update tatsächlich ergeben haben und erst dann ergibt ein Gegensteuern Sinn.

Bild: Solen Feyissa / Unsplash.com

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