Am Ende eines Jahres fragen sich viele SEOs, was im kommenden Jahr wichtig werden könnte. Welche technologischen Veränderungen werden Einzug erhalten? Wird es neue Rankingfaktoren geben? Und dieses Jahr nicht zuletzt: Wie wird sich die Corona-Pandemie im neuen Jahr entwickeln?

Wir haben recherchiert und die dazu vorliegenden Informationen zusammengetragen und einen Blick in die Zukunft gewagt. Im Mai hatte Google angekündigt, dass ab dem kommendem Jahr auch die Nutzererfahrung mit einer Website als Rankingfaktor berücksichtigt werden soll („Core Web Vitals“).

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Desktop-Computer wieder wichtiger geworden. Welches Bild sich daraus ergibt und was das für das kommende Jahr bedeuten könnte, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Wie schnell wird eine Seite geladen?

Seit mehreren Jahren geht ein beachtlicher Anteil der Internetnutzung von mobilen Geräten aus. Während PCs technisch meistens gut ausgestattet sind, ist das nicht bei jedem Mobiltelefon der Fall. Nicht selten haben mobile Nutzer mit einem schwachen Smartphone und einer langsamen mobilen Datenverbindung zu kämpfen.

Seiten, die auf einem Desktop-Computer mit Breitbandanbindung schnell geladen werden, können auf einem mobilen Gerät hingegen einige Zeit beanspruchen. Daher verwundert es nicht, dass die Ladezeit erneut stärker in den Fokus der Rankingfaktoren rücken soll.

Dürfen Webseiten aus diesem Grund nicht mehr komplex sein? Doch, dürfen sie. Aber die ersten Inhalte sollten auch auf schwachen Geräten und mit langsamen Internetverbindungen zügig geladen werden.

Eine Möglichkeit hierfür besteht darin, dass Bilder, die weiter unten auf einer Seite erscheinen, erst nachträglich geladen werden. So kann der Nutzer schon früh mit der Webseite interagieren, während im Hintergrund die restlichen Bilder nachgeladen werden.

Aber Vorsicht: Weiter unten gehen wir darauf ein, was passieren kann, wenn das nicht korrekt umgesetzt wird.

Wird eine SSL-Verschlüsselung verwendet?

Für seriöse Websites gehört ein SSL-Zertifikat bereits seit Jahren zum guten Ton. Ein nicht vorhandenes SSL-Zertifikat löst bei neueren Webbrowser-Versionen nicht nur Warnhinweise aus, dieser Umstand kann zunehmend auch zu schlechteren Platzierungen in Suchmaschinen führen.

Ob ein SSL-Zertifikat vorhanden ist, lässt sich unter anderem daran erkennen, dass die URL mit https:// und nicht mit http:// beginnt.

Wer auf gute Platzierungen Wert legt, sollte daher unbedingt ein SSL-Zertifikat verwenden. Ganz davon abgesehen, dass dies auf gewisse Weise auch ein Qualitätsmerkmal für eine gute Website darstellt.

Verwendet Eure Website noch kein SSL? Dann fragt bei Eurem Hosting-Provider an. Oft ist dieses mit wenigen Handgriffen eingerichtet.

Ist die Website mobil-tauglich?

Schon seit mehreren Jahren nimmt Google die Umstellung zur „Mobile-first“-Indexierung vor. Das bedeutet – vereinfacht ausgedrückt – dass mobile Seiten zunehmend in den Vordergrund rücken. Bislang werden lediglich mobil-taugliche Websites mit dem mobilen Googlebot gecrawlt. Ab März 2021 soll dieser jedoch für alle Seiten zum Standard werden.

Der mobile Googlebot betrachtet Seiten mit den Augen eines imaginären Smartphone-Nutzers. Zugrunde gelegt wird die Bildschirmbreite eines durchschnittlichen Smartphones. Früher war die Breite eines Desktop-Bildschirms der allgemeine Maßstab.

Von März 2021 an soll nur noch die mobile Betrachtung Verwendung finden. Wessen Website bis dahin nicht mobil-tauglich ist, wird zwar wahrscheinlich weiterhin in der Google-Suche auffindbar sein, aber eher nicht mehr auf Top-Positionen.

Was kann man in diesem Fall tun?

Eine Möglichkeit besteht darin, zwei Versionen seiner Website zur Verfügung zu stellen: eine für mobile Geräte und eine für Desktop-Computer.

Der Königsweg für die Gestaltung einer Website ist jedoch responsives Design. Hierbei existiert nur eine Version der Website. Diese passt sich automatisch an die Breite des Bildschirms bzw. des Browserfensters an. Dadurch reduziert sich der Wartungsaufwand und es wird sichergestellt, dass sie sich auf Smartphones, Tablets und Desktop-PCs gleichermaßen gut betrachten und bedienen lässt.

Wessen Website noch über ein starres Desktop-Layout verfügt, sollte jetzt handeln. Oft lässt sich das bestehende Layout nachträglich anpassen, ohne dass der gesamte Internetauftritt neu erstellt werden muss.

Wichtig ist: „Mobile-first“ bedeutet nicht „Mobile-only“. Der Desktop spielt weiterhin eine wichtige Rolle – etwa in Büros oder an heimischen Schreibtischen. Gerade in Corona-Zeiten hat er frischen Auftrieb erhalten. Aus gestaltungstechnischer Sicht werden auch Notebooks häufig dem Desktop-Segment zugeordnet. Daher ist es unabdingbar, dass Webseiten auch weiterhin auf Desktop-Bildschirmen eine gute Figur machen.

Wie ist es um die Benutzerfreundlichkeit bestellt?

Die Benutzerfreundlichkeit einer Website wird im Jahr 2021 definitiv in den Fokus rücken. Wie Google vor einiger Zeit ankündigte, sollen im kommenden Jahr weitere Rankingfaktoren hinzukommen, die unter anderem die Ladezeit und die Stabilität des Contents berücksichtigen.

Wahrscheinlich kennen viele von Euch das Phänomen: Ihr lest einen Artikel und plötzlich springt die Seite ein Stück nach oben oder unten. Das wird dadurch ausgelöst, wenn nach dem Laden der Seite noch Bilder nachgeladen werden und diese mehr Platz benötigen.

Sobald ein Bild geladen wird, reserviert der Webbrowser im Seitenlayout in der Regel den dafür notwenigen Platz, so dass das Layout ab diesem Augenblick fix ist. Wird mit dem Laden von Bildern aber erst nachträglich begonnen, springt die Seitenposition im Browser des Nutzers hin und her.

Dabei wird sogar empfohlen, bestimmte Bilder erst nachträglich zu laden, weil sich dadurch die Ladezeit verkürzt (man bezeichnet dies als „Lazy Load“). Allerdings sollte es dann auch korrekt umgesetzt werden. Wenn der Nutzer nach unten scrollt, zu lesen beginnt und die Bilder darüber erst danach anfangen zu laden, beginnt die Seite hin und her zu springen und der Nutzer hat das Nachsehen.

Dieses Phänomen dürfte sich zukünftig nachteilig auf die Platzierungen einer Seite auswirken. Achtet deshalb darauf, dass Eure Seiten stabil dargestellt werden.

Wie glaubwürdig ist die Seite?

Ein weiterer Aspekt, der bereits heute wichtig ist, bezieht sich auf die Inhalte, die auf einer Website zu finden sind. Spiegeln diese eine gewisse Expertise wider, wirkt sich das in der Regel vorteilhaft auf die Platzierungen aus.

Dem zugrunde liegt der sogenannte „E-A-T“-Ansatz. Diese Abkürzung steht für „expertise“, „authority“ und „trustworthiness“, also Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Je besser die Inhalte einer Website diese drei Aspekte erfüllen, umso wahrscheinlicher wird man sie auf den vorderen Plätzen der organischen Suche wiederfinden. Experten auf einem bestimmten Fachgebiet wird nunmal mehr Gehör geschenkt.

In diesem Zusammenhang möchten wir abschließend das sogenannte „BERT-Update“ erwähnen („Bidirectional Encoder Representations from Transformers“). Google kann seit dessen Einführung die Intention hinter einer Suchanfrage noch besser interpretieren. Wer den Nutzern zu einem bestimmten Thema die passende Antwort zu ihrer Suchanfrage liefern kann, hat ebenfalls Aussichten auf gute Platzierungen.

Fazit

Ganz offensichtlich zeichnet sich derzeit ein Wandel von „harten“, technischen hin zu „weicheren“ Rankingfaktoren ab. Dazu gehört eine optimale Darstellung auf mobilen Geräten, die allgemeine Nutzererfahrung und die Expertise.

Wer nun die eigene Website schneller und nutzerfreundlicher gestalten muss und dem Aufwand mit Demotivation entgegensieht, dem sei gesagt, dass diese Maßnahmen nicht nur eine Investition in SEO sind, sondern auch in die Zufriedenheit der Besucher bzw. Kunden.

Inzwischen hat Google bestätigt, dass die eingangs erwähnten „Core Web Vitals“, also vereinfacht gesagt die Nutzererfahrung, ab Mai 2021 ein Rankingfaktor werden soll.

SEO im Jahr 2021 wird mehr eine Art der Usability-Optimierung sein. Das mag zwar Aufwand bedeuten, unter dem Strich wird aber der Nutzen überwiegen. Eure Besucher werden es Euch danken.

Bild: Kelly Sikkema / Unsplash.com

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