SEO Wochenrückblick KW 19/2018

Was in der vergangenen Woche wichtig war, lest Ihr jetzt in unserem Wochenrückblick auf die KW 19.

Google wird bezüglich Meta-Descriptions erneut kreativ

Vollkommen unerwartet und überraschend hat die Suchmaschine Google eine Anpassung ihrer Suchergebnisse vorgenommen und zeigt die erst kürzlich erweiterte Description nun wieder überwiegend als zweizeilige 160-Zeichen-Texte an. Ende des letzten Jahres hatte Google eine gegenteilige Veränderung seiner Suchergebnisseiten vorgenommen. Die bis dahin kurzen Meta-Descriptions, die in den Suchergebnissen – hin und wieder im Original – angezeigt wurden, erweiterten sich quasi über Nacht auf sagenhafte 320 Zeichen. Böse Zungen sprachen auch vom “Twitter-Effekt”. Und es dauerte gefühlt nur Sekunden, bis die ersten Empfehlungen veröffentlicht wurden, doch nun diesen Meilenstein der Suchmaschinengeschichte zu nutzen und die eigenen Descriptiontexte anzupassen. Ein recht großer und namhafter Anbieter einer gewissen SEO-Software sprach gar von “konkreten Handlungsempfehlungen”. Ich für meinen Teil habe dazu geraten, erst einmal die Füße still zu halten. An alle, die dieser Empfehlung seinerzeit Beachtung geschenkt haben: gern geschehen.

Canonicals werden nur im rohen HTML berücksichtigt

Als diese Information beiläufig auf der Google I/O verkündet wurde, dürfte einigen javascriptverliebten Webmastern beinahe das Herz stehen geblieben sein. Denn wie es scheint, verarbeitet Google das Canonical-Tag nicht – wie die meisten anderen Elemente – aus dem gerenderten Code eines Dokuments, sondern aus dem zugrunde liegenden HTML-Code, also quasi den Rohdaten, wie sie beim initialen Abrufen des Dokuments übertragen werden. Dies gilt auch für die Einbindung über den Google Tag Manager, wenn man zwischen den Zeilen der ergänzenden Kommentare von Johannes Müller auf Twitter liest.

Auf der einen Seite ergibt dies durchaus Sinn. Schließlich arbeitet auch der Tag Manager auf Basis von Javascript. Auf der anderen Seite muss die Frage gestattet sein, warum dann a) allerorten so viel Aufhebens um den gerenderten Code gemacht wird und b) ob dies dann – neben dem Canonical – auch für weitere Elemente gilt.

Weitere interessante Artikel aus der letzten Woche nun im Wochenrückblick für die KW 19.

Am Anfang war das Keyword – aber eben nur am Anfang

Wer sich mit der Erstellung von Inhalten für das Web beschäftigt, wird bereits nach kurzer Zeit mit dem Gedanken spielen, ob es wichtig ist, wo und wie oft ein bestimmtes Keyword im Text vorkommen sollte, damit es für die Suchmaschinen interessant ist. Dabei gilt längst als sicher, dass die Keyworddichte keine Rolle mehr spielt und auch Regeln wie “Keyword im Title möglichst weit vorn” mittlerweile eher ins SEO-Museum gehören. Stattdessen sind Themen die neuen Keywords und an der Stelle, an der früher einzelne Begriffe standen, finden wir heute “Clustering” – zu Themenkomplexen zusammengefasste Keywords.

SEO-Evolution: Themen statt Keywords mit Topic-Clustern

Manchmal dauert es halt ein bisschen länger

Wer kennt nicht das alte Sprichwort “Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen”? Google sieht das schon aufgrund der immensen Datenmengen, die täglich auf die Datenbanken der Suchmaschine herabregnen, sehr wohl anders. Wer heute eine Änderung an seiner Seite vornimmt, darf nicht damit rechnen, dass diese umgehend in den SERPs sichtbar wird. Es kann Monate dauern, bis der neue Seitentitel in den Resultaten bewundert werden kann.

Site Changes Can Take Months to be Reflected in Search Results

Google: Ein 308-Redirect wird behandelt wie ein 301

Wer eine Weiterleitung einrichtet, nutzt dafür meist einen 301-Redirect. Dieser arbeitet jedoch nicht nur hinreichend solide, sondern kann teilweise unerwünschte Nebenwirkungen haben. Spätestens wenn es um die Request-Methode (z.B. GET oder POST) geht, sollte der SEO genau hinschauen. Denn die kann bei einem 301-Redirect ohne Weiteres wechseln. Dies ist bei einem 308-Redirect nicht der Fall. Wer also URLs weiterleiten will und auf eine konstante Requestmethode angewiesen ist, sollte einen Blick darauf werfen.

Google behandelt 308-Redirects wie 301-Redirects

DSGVO und Datenschutz: Opt-Out für den Tag Manager

Die Datenschutzgrundverordnung ist in aller Munde und es dauert nur noch wenige Tage, bis die ungezügelte Panik und Armeen von Abmahnanwälten den Kontinent vollends im Griff haben. Bis dahin rätseln alle Beteiligten herum, was denn auf der technischen Seite noch erlaubt sein wird und was nicht. Und so trifft man irgendwann auf den Tag Manager. Als cookieloser Geselle bleibt er zwar recht unauffällig, kann aber dennoch zum Problem werden. Da es sich hierbei um ein per Javascript geladenes Stück Code handelt, wird schon beim Aufruf der Seite die IP-Adresse des Nutzer übertragen. Ob Google Analytics dabei eingesetzt wird, ist unerheblich. Darum hat sich ein findiger Entwickler etwas ausgedacht. Was mit Analytics möglich ist, sollte auch mit dem Tag Manager funktionieren.

Opt-Out für Google Tagmanager

Google, lass uns ein Spiel spielen

Google kann Spaß machen. Und wer gerne ein Spielchen mit der Google-KI wagen möchte, sollte einen Blick auf “Semantris” werfen. Leider funktioniert dieses Spiel bisher nur in englischer Sprache. Doch auch dabei wird dem ein oder anderen schnell klar, wie die Suchmaschine Begriffe miteinander in Beziehung setzt. Und es trainiert ganz nebenbei den Wortschatz.

Spiel mit der Google-KI: Semantris

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Klaus Wockenfoth
Klaus Wockenfoth ist gelernter Softwareentwickler und seit etwa 4 Jahren im Bereich Suchmaschinenoptimierung tätig. Seit 2016 arbeitet er als SEO Projektleiter in der Exklusiv-Abteilung bei FAIRRANK und betreut dort in erster Linie größere Kundenprojekte.

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