SEO Wochenrückblick KW 22/2018

Wer WordPress nutzt, der nutzt in den meisten Fällen auch das ein oder andere Plugin. Praktisch sind die kleinen Helferlein ja, wenn es darum geht, zusätzliche Funktionalitäten per Knopfdruck zur Verfügung zu stellen. Dennoch sollte jeder Webmaster an eine Tatsache denken: Plugins sind Software. Software wird (noch) von Menschen gemacht. Und Menschen machen Fehler. Diese Binsenweisheit hat nun auch das allseits beliebte SEO-Plugin “Yoast” überrollt. Durch einen kleinen Fehler überschrieb die Version 7.0 des Plugins beim Update eine Einstellung bezüglich der Weiterleitungen der sogenannten Attachement-URLs. Dies führt dazu, dass sich die Anzahl der URLs in WordPress vervielfachen kann. Und es dauerte auch nicht lange, bis sich die ersten Anwender beschwerten, dass durch diesen Fehler die Rankings der betroffenen Seiten fielen. Google selbst jedoch hält es für wenig wahrscheinlich, dass der Fehler im Plugin dafür verantwortlich ist. John Müller betont, dass die Websites weitaus größere Probleme hätten und die fehlerhafte Einstellung in Yoast kaum der Grund für die fallenden Platzierungen sind.

Auch SEO-Blogs schöpften aus der “Panne” ihren vermeintlichen Vorteil. So titelte das recht bekannte Search Engine Journal kurz nach Bekanntwerden des Fehlers durch eine Stellungnahme des Anbieters “Yoast SEO Plugin 7.0 Bug Causes Ranking Drops”. Dafür jedoch kassierte der Blog jedoch nicht nur Anerkennung, sondern auch Kritik seitens Google in Person von John Müller und von Yoast-Entwickler Joost de Valk. Der betreffende Artikel sei unvollständig und spiegele nicht alle Aspekte des Themas wieder. Müller rückte den Artikel gar in die Click-Bait-Ecke und betonte, dass es wichtig sei, umfassend zu berichten und nicht nur Klicks zu erhaschen.

Aus dieser Geschichte lassen sich drei wichtige Erkenntnisse gewinnen:

  1. Schreibe für Deine Besucher und nicht für Deine Logfiles.
  2. Nicht immer ist ein fehlerhaftes Plugin für Deine Unzulänglichkeiten verantwortlich.
  3. Rechne immer damit, dass die von Dir verwendete Software Fehler enthält.

Weitere interessante Artikel aus der letzten Woche gibt es nun im Wochenrückblick für die KW 22/2018.

Vergesst PageRank-Sculpting

Die Formulierung des PageRank war der Grundstein, auf dem Google errichtet wurde. Und so großartig diese Erfindung auch gewesen ist, so fatal war diese für Websites im Speziellen und das Web im Allgemeinen. Denn durch die Idee, dass ein Dokument durch eine Verlinkung “etwas” an ein anderes weitergibt, entwickelte sich eine höchst irrationale Geiz-ist-geil-Mentalität, was interne Links betraf. Schlimmer noch war die artverwandte Idee, bestimmte interne Links auf “nofollow” zu setzen, damit andere Verlinkungen aufgewertet werden. Dieses befremdliche Gebaren hält bis heute an, weil Webmaster auf der ganzen Welt den wertvollen Verweissaft (a.k.a. Linkjuice) nicht durch überflüssige Links vergeuden wollen. Glücklicherweise sieht Google in Person von Johannes Müller dieses Vorgehen als ebenso überflüssig an. Vielleicht kann dieser Kommentar, den u.a. SEO Südwest aufgegriffen hat, dazu führen, dass hier ein Umdenken stattfindet.

Google: PageRank Sculpting bringt nichts

 

YouTube-SEO – So geht’s

Mittlerweile dürfte sich fast überall herumgesprochen haben, dass das Web nicht nur aus Google besteht. Die Suchmaschine aus Mountain View mag zwar viele Patente in sich tragen. Einen Anspruch auf die Suche selbst hat sie nicht. Und so mag es den ein oder anderen ein wenig verwundert stimmen, doch neben “Big G” gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Suchsysteme. Eines dieser Suchsysteme ist YouTube, die bekannteste Videoplattform der Welt. Und so, wie wir Websites für die Verarbeitung von Suchmaschinen optimieren, können auch Videoautoren ihre Einträge auf YouTube für dessen interne Suche optimieren. Eine schöne Zusammenfassung über die Optimierung von YouTube-Einträgen hat T3N veröffentlicht.

Youtube-SEO: So optimiert ihr euren Kanal und Videos

 

Ein DSGVO-Interstitial ist immer noch ein Interstitial

Der 25. Mai ist ins Land gegangen und das Web scheint noch in weiten Teilen zu bestehen. Dennoch finden sich auf vielen Websites nun Hinweise, die mit den neuen Regeln der Datenschutzgrundverordnung zu tun haben. Bei diesen ist es jedoch entscheidend, wie sie dem Nutzer präsentiert werden. Wenn Datenschutzhinweise als sogenannte Interstitials eingebunden werden, kann sich dies negativ auf die Bewertung einer Website auswirken und im schlimmsten Falle zu einer Penalty führen.

Google On GDPR Pop Ups Notices With Search & SEO

 

Welche Eigenschaften sollte ein SEO mitbringen?

Um im Bereich der Suchmaschinenoptimierung zu arbeiten, sollte man die ein oder andere Fertigkeit mitbringen. Ein technisches Grundverständnis in Bezug auf die Funktionsweise einer Website ist immer ein guter Anfang. Wer sich in die Arbeitsweise von Suchmaschinen hineindenken kann, ist ebenfalls im Vorteil. Aber auch grundlegende Programmierkenntnisse können nciht schaden, wenn man sich ernsthaft mit SEO beschäftigen will. Aber nicht nur auf der technischen Seite gibt es Eigenschaften, die ein SEO mitbringen sollte. Auch bestimmte soziale Fähigkeiten können nie schaden, wie Ryan Jones in seinem Artikel bemerkt.

Top 8 Skills Every Great SEO Professional Needs to Succeed

 

Wie man sich selbst am besten motiviert

Kennst Du das nicht auch? Es ist mal wieder so ein Tag, an dem Du Dich zu nichts wirklich aufraffen kannst. Der Kunde wartet auf Deinen Anruf, aber Du kannst Dich nicht überwinden, zum Hörer zu greifen. Irgendwo liegt ein halb fertiger Text herum, aber er wird auch bestimmt noch später da sein. Läuft ja nicht weg. Fehlende Motivation ist das Zauberwort. Und solange die sich nicht einstellen will, bewegt sich nichts und wir kommen nicht von der Stelle. Dabei kann es recht einfach sein, sich selbst zu motivieren. Und dazu ist es erst einmal nötig, sämtliche Ziele zu vergessen. Und warum das, was alle Motivationsratgeber der Welt predigen, eigentlich unsinnig ist, verrät Benjamin Brückner in seinem Artikel.

Motivation: Mit diesen 6 Tipps erreichst du deine Ziele

 

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Klaus Wockenfoth
Klaus Wockenfoth ist gelernter Softwareentwickler und seit etwa 4 Jahren im Bereich Suchmaschinenoptimierung tätig. Seit 2016 arbeitet er als SEO Projektleiter in der Exklusiv-Abteilung bei FAIRRANK und betreut dort in erster Linie größere Kundenprojekte.

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Klaus,

    vielen Dank für die Erwähnung meines Artikels und die gelungene Zusammnenfassung. Das hat mich dazu motiviert, einen Kommentar zu schreiben. Interessant finde ich, dass derzeit einige Blogbeiträge zum Thema erscheinen. Ist offenbar ein wichtiges Thema unserer Zeit.

    Viele Grüße
    Benjamin

    • Hallo Benjamin,

      danke für Deinen Kommentar. Ist ja nicht der erste Deiner Artikel, die in meinen Recaps landen. Und das spricht ja nur für Dich 😉
      Du hast natürlich recht. Motivation ist tatsächlich ein heißes Thema. Möglicherweise ist ein Motivationsverlust vor allem eine Folge der stetig steigenden Anforderungen und des immer höher werdenden Drucks. Auf der einen Seite ist das natürlich eine rein subjektive Empfindung des Einzelnen, auf der anderen Seite jedoch durchaus real. In solchen Fällen sind Tipps wie Deine eine echte Unterstützung.

      • Hallo Klaus,

        umso mehr freue ich mich, regelmäßig in deinen Recaps aufzutauchen. Ich denke, dass die Motivation auf lange Sicht schwindet, wenn wir uns von zu vielen externen Anreizen von dem abbringen lassen, was uns eigentlich im Innersten begeistert.

        Wer nur ein Buch schreiben will, um den nächsten Bestseller rauszuhauen, hält den langen, mühsamen Schreibprozess nicht durch.

        So zäumen wir das Pferd ja von hinten auf: Viele Menschen machen Dinge, um zufrieden zu werden. Dabei wäre es leichter, wenn wir erst für unsere eigene Zufriedenheit sorgen und aus dieser inneren Zufriedenheit heraus aktiv werden.

        Ein komplexes Thema, zu dem ich definitiv nicht den letzten Artikel geschrieben habe.

        In diesem Sinne, wir lesen uns!
        Benjamin

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