Wochenrückblick KW 05 2026

von Sandra Jakobs

Kategorie(n): Wochenreports Datum: 2. Februar 2026

Alles im Zeichen der KI: Von KIs gegebene Empfehlungen sind zufällig und kaum reproduzierbar. ChatGPT zeigt optische Annäherung an Google und nutzt offenbar die SERP. Außerdem will OpenAI Werbetreibenden keine Infos über Kontext und Performance ausgespielter Anzeigen geben.

Studie zeigt: KI-Empfehlungen sind nahezu zufällig und kaum reproduzierbar

Eine neue Studie von Rand Fishkin und Gumshoe.ai zeigt, dass Empfehlungen von KI-Tools für Marken und Produkte kaum reproduzierbar sind. Selbst bei identischen Fragen liefern die Systeme oft völlig unterschiedliche Listen. Die Forscher stellten fest, dass die Chance, zweimal die gleiche Empfehlungsliste zu erhalten, bei unter einem Prozent liegt. Noch stärker ist der Effekt bei der Reihenfolge der Empfehlungen: Hier braucht es über 1.000 Anfragen, damit die gleiche Reihenfolge ein zweites Mal gezeigt wird. Selbst die Anzahl der genannten Marken variiert deutlich von Durchlauf zu Durchlauf.

Der Grund dafür liegt im probabilistischen Charakter der KI-Modelle: Sie erzeugen Antworten auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, nicht nach festen Regeln. Für die SEO-Praxis bedeutet das, dass klassische Ranking-Analysen nicht weiterhelfen. Sinnvoller erscheint es, auf die generelle Sichtbarkeit einer Marke über viele Abfragen hinweg zu achten. Die Studie macht deutlich, wie dynamisch KI-Empfehlungen tatsächlich sind – und warum ihre Ergebnisse mit Bedacht interpretiert werden sollten.

https://www.seo-suedwest.de/10631-empfehlungen-in-ki-tools-von-marken-und-produkten-sind-laut-studie-fast-zufaellig.html

 

ChatGPT zeigt Parallelen zu Google – nähert sich die KI der Suchmaschine an?

ChatGPT rückt mit aktuellen Entwicklungen noch näher an die klassische Websuche heran. Zum einen werden die Antworten um visuelle Elemente wie Top Stories im News-Bereich und Knowledge Panels erweitert, die stark an Googles Darstellungsformen erinnern. In den Top Stories werden zwar bislang offenbar nur englischsprachige Quellen ausgespielt, aber dennoch zeichnen sich für Publisher und Marken neue Möglichkeiten ab, in KI-Antworten sichtbar zu werden und zusätzliche Klicks zu erzielen.

Zum anderen zeigt ein aktueller Cloaking-Fall, dass ChatGPT in manchen Antworten offenbar Google-Suchergebnisse nutzt. Die KI lieferte Treffer, die nur bei Google, nicht aber bei anderen Suchmaschinen zu finden waren. Das deutet darauf hin, dass ChatGPT externe Webdaten einbezieht, um aktuelle Informationen bereitzustellen. Beide Entwicklungen unterstreichen, wie stark sich die Rolle von KI-Antwortsystemen verändert – und warum SEOs ihre Strategien an diese neuen Sichtbarkeitsräume anpassen sollten.

https://www.seo-suedwest.de/10635-chatgpt-bringt-top-stories-und-knowledge-panel-neue-moeglichkeiten-fuer-sichtbarkeit-und-klicks.html

https://www.seo-suedwest.de/10633-cloaking-fall-zeigt-chatgpt-nutzt-wahrscheinlich-google-suchergebnisse.html

 

ChatGPT testet Werbung – mit nur wenigen Möglichkeiten für belastbare Auswertungen

OpenAI testet derzeit Werbung in ChatGPT – doch laut einem aktuellen Bericht sollen Werbekunden nur sehr eingeschränkte Einblicke in die Leistung ihrer Anzeigen erhalten. Die Plattform liefere weder Informationen darüber, in welchem Kontext Anzeigen ausgespielt werden, noch gebe es Daten zu möglichen Nutzeraktionen wie Käufen oder Webseitenbesuchen nach dem Klick. Statt detaillierter Auswertungen stünden lediglich Grundkennzahlen wie Impressionen und Klicks zur Verfügung. Für Marken und Agenturen würde das bedeuten, dass sie die tatsächliche Wirkung ihrer Kampagnen nur schwer bewerten könnten. Der Start von KI-basierten Anzeigen bleibt damit vorerst ein Experiment mit begrenzter Transparenz.

https://www.seo-suedwest.de/10627-chatgpt-werbekunden-erhalten-laut-bericht-nur-wenige-einblicke-in-die-anzeigenleistung.html

 

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