Google generiert KI-Antworten per „Grounding Pipeline“ und ändert die Suchergebnisse in Europa als Reaktion auf den Digital Markets Act. WhatsApp führt derweil Werbeanzeigen im Statusbereich sowie gesponserte Kanäle ein.
So nutzt Google Inhalte für Antworten im AI Mode und Gemini
Die KI-Antworten in Gemini und im AI Mode entstehen durch die sogenannte „Grounding Pipeline“ von Google. Sie gibt vor, wie Inhalte von Websites extrahiert für KI-Antworten verwendet werden. Für SEOs ist zentral: Google bewertet Inhalte primär auf Satzebene (Chunks). Dabei wird der erste Absatz einer Seite fast immer vollständig ausgelesen – unabhängig von seiner spezifischen Relevanz. Um als Quelle berücksichtigt zu werden, sollten Website-Betreiber das Prinzip der „umgekehrten Pyramide“ anwenden: Relevante Fakten gehören nach ganz oben in den ersten Absatz. Auch Inhaltsverzeichnisse fördern die Nutzung des Contents durch Googles KI, da sie als vollwertige Sätze eingestuft werden. Zudem bevorzugt der Algorithmus Sätze, die der Suchanfrage sprachlich stark ähneln und eine hohe Aussagekraft haben. Abstrakte Zusammenfassungen am Textende bieten hingegen kaum Mehrwert für das Grounding.
DMA-Konformität: Google gibt Konkurrenten in Europa mehr Raum
Google reagiert auf den Digital Markets Act (DMA) und plant weitreichende Änderungen an den Suchergebnissen in Europa. Um drohenden EU-Milliardenstrafen zu entgehen, räumt der Konzern spezialisierten Wettbewerbern – sogenannten vertikalen Suchdiensten (VSS) – deutlich mehr Sichtbarkeit ein. Zukünftig werden externe Vergleichsportale für Hotels, Flüge und Gastronomie gleichberechtigt neben Google-eigenen Diensten platziert. Besonders leistungsstarke VSS erhalten Standard-Platzierungen, während Angebote mit Echtzeit-Daten gezielt hervorgehoben werden. Die Änderungen betreffen zunächst Suchanfragen für Unterkünfte, sollen später aber auch Flüge und andere Dienstleistungen umfassen. Für klassische Websites bedeutet dies einen stärkeren Wettbewerb, weil die organischen Klicks mutmaßlich stark abnehmen könnten.
WhatsApp rollt Status Ads und Promoted Channels weltweit aus
Meta intensiviert die Monetarisierung seines Messengers und startet den globalen Roll-out von Werbeanzeigen auf WhatsApp. Die Anzeigen werden primär im Bereich „Aktuelles“ ausgespielt, der sowohl Status-Meldungen als auch Kanäle umfasst. Ähnlich wie bei Instagram Stories erscheinen Werbeformate künftig zwischen den Status-Updates der Kontakte. Zusätzlich führt WhatsApp sogenannte „Promoted Channels“ ein, um Unternehmen eine höhere Sichtbarkeit bei der Neukundengewinnung zu ermöglichen. Diese tauchen im Bereich „Kanäle“ auf und werden als Anzeigen markiert. Wichtig für die Akzeptanz: Private Chats und Anrufe bleiben weiterhin werbefrei und verschlüsselt. Für Marketer eröffnet dieser Schritt den Zugriff auf eine riesige Nutzerbasis von über drei Milliarden Menschen in einem bisher exklusiven Umfeld.
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