KI-Chats generieren hochwertigeren Traffic als andere organische Quellen, die Messung der Social-Media-Sichtbarkeit in der Google Search Console ist weltweit verfügbar und LinkedIn setzt auf die eigene Community, um AI Slop zu erkennen.
KI-Traffic ist noch gering, konvertiert aber deutlich besser als Google Traffic
Besucher aus KI-Suchen sind bislang selten, für Unternehmen aber offenbar besonders wertvoll. Das zeigt eine Analyse von 29 Millionen Website-Besuchen aus 97 B2B-Accounts. Demnach wurden Nutzer aus KI-Quellen im Schnitt rund dreimal häufiger zu Leads als Besucher aus anderen organischen Kanälen. Besonders deutlich wird der Unterschied beim Vergleich von ChatGPT und Google: Während 2,1 Prozent der ChatGPT-Besucher konvertierten, lag die Quote bei Google bei 0,5 Prozent. Vereinfacht gesagt: KI-Traffic bringt derzeit weniger Reichweite, aber häufiger Nutzer mit konkreter Absicht.
Das Volumen bleibt allerdings überschaubar. Nur rund 0,5 Prozent aller erfassten Besuche kamen aus messbaren KI-Quellen. Zwar dürfte der tatsächliche Anteil an KI-Traffic etwas höher liegen, weil Zugriffe aus manchen KI-Funktionen nicht immer eindeutig zugeordnet werden können. Doch Google liefert bisher weiterhin ein Vielfaches an Traffic und bleibt der wichtigste Kanal. Für SEO-Teams lautet die Konsequenz: KI-Traffic sollte nicht nur nach Menge bewertet werden. Entscheidend ist, wie häufig daraus Anfragen, Downloads oder Anmeldungen entstehen.
https://www.orbitmedia.com/blog/conversion-rates-ai-search/
Neuerung in Google Search Console: Social-Media-Sichtbarkeit messbar
Google hat die neuen Plattform Properties in der Search Console weltweit freigeschaltet. Damit können Unternehmen erstmals zentral auswerten, wie ihre Inhalte auf TikTok, Instagram, X und YouTube in der Google-Suche abschneiden. Die Search Console zeigt unter anderem, wie oft Social-Media-Beiträge in den Suchergebnissen erscheinen und wie viele Klicks daraus entstehen. So lässt sich besser erkennen, welche Inhalte besonders sichtbar sind und welche Formate Nutzer tatsächlich aufrufen. Für die Nutzung der Properties ist eine zusätzliche Verifikation erforderlich.
Zusätzlich hat Google einen Leitfaden zur Auswertung von Social- und Video-Content veröffentlicht. Er erklärt, wie sich Traffic-Entwicklungen verfolgen, erfolgreiche Beiträge identifizieren und verschiedene Inhaltstypen filtern lassen.
Für SEO- und Social-Media-Teams schafft die Neuerung mehr Transparenz. Sie können künftig genauer prüfen, welchen Beitrag externe Plattformen zur organischen Sichtbarkeit und zum Suchtraffic leisten. So lassen sich SEO und Social Media künftig enger strategisch verzahnen.
LinkedIn führt Meldebutton gegen „AI Slop“ ein
LinkedIn verschärft sein Vorgehen gegen austauschbare KI-Inhalte weiter (wir haben im Wochenrückblick zu KW 21 davon berichtet). Nutzer können Beiträge und Kommentare künftig über das Drei-Punkte-Menü als „AI Slop“ melden. Gemeint sind Inhalte, die stark automatisiert wirken, wenig eigene Substanz bieten und keine erkennbare persönliche Perspektive enthalten. Wie relevant das Thema ist, zeigt eine externe Analyse des KI-Erkennungsunternehmens Pangram: Demnach könnten rund 41 Prozent längerer LinkedIn-Beiträge vollständig KI-generiert sein.
Eine Meldung führt allerdings nicht automatisch zur Löschung der betroffenen Posts. LinkedIn will das Feedback vor allem nutzen, um seine Empfehlungssysteme zu verbessern und minderwertige KI-Beiträge seltener auszuspielen. Zusätzlich testet die Plattform Hinweise im Analytics-Bereich, die Autoren darüber informieren, wenn ihr Beitrag als zu stark KI-geprägt wahrgenommen wurde.
Parallel stellt LinkedIn seine Funktion „Enhance your post“ ein. Künftig soll ein neues Tool Beiträge vor allem sprachlich verbessern, ohne den persönlichen Stil des Verfassers zu verändern. Ziel bleibt, mehr individuelle Erfahrung und echte Expertise sichtbar zu machen.
https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/linkedin-fuehrt-ai-slop-button-ein
Bild: Yura Fresh / Unsplash
