Wochenrückblick KW 35 2026

von Sandra Jakobs

Kategorie(n): Wochenreports Datum: 31. August 2026

Suchergebnisse bei Google führen vermehrt über Goto-Links, KI-Content kann in den SERP Top-Rankings belegen und Google setzt manuelle Strafen gegen Site Reputation Abuse in Europa aus. Instagram testet eine Funktion, um die Reel-Erstellung zu vereinfachen.

Google führt Goto-Links ein: SEO-Messung wird aufwendiger

Google beginnt damit, Links in den Suchergebnissen technisch anders auszuliefern. Statt direkt auf die Ziel-URL einer Website zu verweisen, führen Klicks zunehmend über sogenannte Goto-URLs auf Google-Domains. Diese enthalten verschiedene Parameter und leiten anschließend auf die eigentliche Website weiter.

Für SEO-Tools bedeutet die Umstellung zusätzlichen technischen Aufwand. Die tatsächliche Zieladresse lässt sich nicht mehr unmittelbar aus dem Link auslesen, sondern muss über einen weiteren Request ermittelt werden. Johannes Beus von SISTRIX stellt jedoch klar, dass das Tool die verschleierten Links weiterhin auflösen und den jeweiligen Zielseiten zuordnen kann – allerdings ist dafür ein zusätzlicher Request notwendig. Dadurch steigt der Aufwand für die Datenerhebung, wodurch Messungen teurer und Aktualisierungszyklen kurzfristig etwas langsamer werden können. An der grundsätzlichen Messbarkeit soll sich jedoch nichts ändern. Auch Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der erfassten Daten will SISTRIX weiterhin gewährleisten.

https://www.seo-suedwest.de/10931-google-steht-vor-umbruch-suchergebnisse-verlinken-zukuenftig-nicht-mehr-direkt-auf-die-urls-der-websites.html

 

KI-Content oft auf Top-Rankings: Google straft KI-Inhalte nicht grundsätzlich ab

Google scheint KI-generierte Inhalte nicht grundsätzlich abzuwerten. Darauf deutet eine aktuelle Ahrefs-Studie mit rund 331.000 untersuchten Seiten hin. Demnach waren 5,3 Prozent der Top-3-Ergebnisse vollständig KI-generiert, weitere 9 % wiesen einen KI-Anteil von mindestens 80 % auf. Gleichzeitig dominieren weiterhin überwiegend menschlich erstellte Inhalte: Mehr als 80 % der Top-3-Seiten enthielten weniger als 50 % KI-Text. Die Daten sprechen daher gegen die Annahme, dass Google allein den Einsatz generativer KI als negatives Rankingsignal wertet.

Entscheidender bleiben offenbar klassische Qualitätsfaktoren wie Autorität, Nutzererfahrung und Verlinkungen. Unterschiede zeigen sich allerdings bei der Indexierung und Sichtbarkeit: Stark KI-geprägte Seiten schneiden hier tendenziell schwächer ab. Das legt nahe, dass nicht die Technologie selbst, sondern vor allem die Qualität des fertigen Contents zählt.

https://ahrefs.com/blog/google-doesnt-punish-ai-content/

 

Google pausiert manuelle Strafen gegen Site Reputation Abuse in Europa

Google setzt in Europa vorerst keine manuellen Maßnahmen gegen sogenanntes Site Reputation Abuse durch. Hintergrund ist die Umsetzung des Digital Markets Act (DMA). Betroffen sind Inhalte von Drittanbietern, die auf reichweitenstarken oder besonders vertrauenswürdigen Domains veröffentlicht werden, um von deren Autorität in der Google-Suche zu profitieren. An den zugrunde liegenden Spam-Richtlinien ändert sich jedoch nichts. Google stuft entsprechende Praktiken weiterhin als Verstoß ein, sodass algorithmische Abwertungen weiterhin möglich bleiben.

Für Publisher und SEOs bedeutet die Änderung daher keinen Freibrief für sogenannte Parasite-SEO-Strategien. Lediglich die Form der Durchsetzung verändert sich regional. Außerhalb Europas kann Google weiterhin manuelle Maßnahmen verhängen. In der EU entsteht damit eine besondere Situation: Die Richtlinie bleibt bestehen, während ein Teil der bisherigen Sanktionen vorerst ausgesetzt ist.

https://www.seo-suedwest.de/10933-site-reputation-abuse-google-setzt-manuelle-massnahmen-in-europa-aus.html

 

Instagram erleichtert Reels-Produktion mit „First Draft“

Instagram führt mit „First Draft“ eine neue Funktion ein, die Creator beim Einstieg in die Reels-Produktion unterstützt. Das Feature erstellt aus einem aufgenommenen oder ausgewählten Video automatisch eine erste Schnittfassung und entfernt dabei unter anderem längere Pausen oder ruhige Stellen. Dabei berücksichtigt Instagram auch typische Muster des jeweiligen Accounts, etwa ob überwiegend Talking-Head-Videos oder schnelle Clipfolgen veröffentlicht werden. Der Entwurf dient ausdrücklich nicht als fertiges Reel. Creator können sämtliche Änderungen prüfen, anpassen oder rückgängig machen.

Zum Start steht First Draft zunächst iOS-Nutzern direkt in der Instagram-App zur Verfügung. Für Creator und Marken könnte die Funktion vor allem den Rohschnitt beschleunigen und die Hürde für regelmäßige Video-Produktionen senken. Instagram setzt damit auf einen einfacheren Workflow, ohne die kreative Kontrolle vollständig zu automatisieren.

https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/instagram-first-draft-neue-reels-produktion-app

 

Bild: Vitaly Gariev / Unsplash