Google darf Chrome und Android behalten, muss aber Index-Daten teilen. Eine Studie zeigt indes, dass LLM-Traffic bislang keine höheren Konversionsraten als die organische Suche liefert. Auf LinkedIn sind authentische Inhalte von Menschen für Nutzer wichtiger als KI-Content.
Kartellverfahren: Google darf Chrome und Android behalten, muss aber Index-Daten teilen
Im US-Kartellverfahren gegen Google hat der Konzern einen wichtigen Teilerfolg erzielt: Chrome und Android dürfen im Unternehmen verbleiben. Ein Zwangsverkauf wurde abgelehnt, ebenso wie ein vollständiges Verbot von Zahlungen für die Vorinstallation von Diensten. Allerdings sind exklusive Verträge mit Geräteherstellern künftig untersagt, die sicherstellen würden, dass ausschließlich Google-Produkte vorinstalliert sind.
Gleichzeitig verpflichtet das Gericht Google, bestimmte Daten mit Wettbewerbern zu teilen. Dazu zählen Bestandteile des Suchindexes wie Dokument-IDs und Crawl-Zeitpunkte sowie anonymisierte Nutzersignale, etwa Klicks oder Verweildauer. Ziel ist es, anderen Suchanbietern den Aufbau leistungsfähiger Modelle zu erleichtern.
Nicht weitergegeben werden müssen hingegen Popularitäts- und Qualitätssignale wie Navboost, Trainingsdaten für KI-Modelle, Knowledge-Graph-Informationen und Anzeigen-Daten. Damit will das Gericht den Wettbewerb im Suchmarkt stärken, ohne Googles sensible Geschäftsbereiche zu gefährden. Google selbst verweist auf die Bedeutung des Datenschutzes und warnt vor möglichen Risiken für die Privatsphäre der Nutzer.
Studie: LLM-Traffic konvertiert nicht besser als organische Suche
Eine aktuelle Untersuchung von Amsive zeigt: Zugriffe über große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT liefern keine besseren Konversionsraten als organischer Suchtraffic. Im Durchschnitt lagen die Werte bei 4,87 % für LLM-Traffic und 4,60 % für organische Zugriffe – ein Unterschied, der statistisch nicht relevant ist. Auch bei einzelnen Websites zeigte sich ein gemischtes Bild: Mal schnitten LLM-Zugriffe besser ab, mal schlechter.
Zudem macht der Anteil von LLM-Traffic bislang weniger als ein Prozent des Gesamtaufkommens aus, während die organische Suche rund ein Drittel der Sitzungen beisteuert. Die Studie gilt als belastbar, da auch erweiterte Analysen keinen echten Vorteil von LLM-Traffic bestätigen konnten. Experten empfehlen, diesen Kanal dennoch nicht zu ignorieren, sondern regelmäßig zu beobachten und in die SEO-Strategie einzubeziehen. LLMs bleiben damit ein spannender, aber aktuell noch kleiner Faktor im Online-Marketing.
LinkedIn setzt im B2B-Marketing verstärkt auf Creator Content und Videos
Eine aktuelle LinkedIn-Studie unter 7.000 B2B-Marketern zeigt: Authentische Inhalte von Creatorn, Mitarbeitern und Experten sind für Vertrauen und Glaubwürdigkeit entscheidender als KI-generierte Texte. Das ist besonders relevant, weil Kaufentscheidungen im B2B-Bereich verstärkt von jüngeren Generationen getroffen werden: Millennials und Gen Z stellen inzwischen mehr als 70 % der B2B-Käufer und orientieren sich stark an Formaten, die sie aus ihrem privaten Medienkonsum kennen.
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, treibt LinkedIn seine Videooffensive voran. Neben neuen Formaten wie Picture-in-Picture oder BrandLink integriert das Netzwerk nun auch die Editing-App CapCut. Damit lassen sich Videos direkt aus der App heraus auf LinkedIn veröffentlichen – ein Schritt, der den Produktionsprozess vereinfacht und Reichweitenpotenziale hebt. Mit über einer Milliarde Downloads ist CapCut längst etabliert. Die Integration fügt sich in LinkedIns Strategie ein, Video-Content sichtbarer zu machen und B2B-Marken zusätzliche Möglichkeiten für wirkungsvolles Storytelling zu bieten.
https://news.linkedin.com/2025/networks--not-ai-or-search--are-the--1-trusted-source-amid-infor
https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/capcut-linkedin-integration-video-upload
Bild: Amy Hirschi / Unsplash.com
