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Seit gestern bin ich etwas verärgert. IBusinness veröffentlichte mit der tollen Überschrift: “So viel darf Ihre SEO Agentur maximal kosten” den folgenden, meiner Meinung nach fragwürdigen, Bericht.

Ich möchte jetzt gar nicht auf das Geplaudere drumherum eingehen, sondern auf die Kernaussage, dass eine Agentur im Durchschnitt nur 85 Euro Stundenlohn verlangen dürfte. Das lassen wir vorerst mal so stehen, kommen aber nun zur Quellensuche.

Hier ist es schon interessanter, denn eine genaue Quellenangabe findet man nicht. Im dritten Abschnitt von unten steht die Aussage, dass diese Daten von 321 Agenturen und Freelancern kommen – aus Deutschland UND der EU. Davon, dass es also gar keine reine Datenerhebung aus Deutschland ist, stand vorher nirgends etwas.

  • Wie ist die Verteilung zwischen Freelancern und Agenturen?
  • Sind die Agenturen reine SEO Agenturen, oder ist es zumindest ihr Kerngeschäft? (Möchte nicht wissen wie viele Webdesignagenturen dabei sind, die auch angekreuzt haben das sie SEO machen).
  • Wie viele der Freelancer und Agenturen kommen aus Deutschland? (Nur das kann wirklich zählen, denn das eine SEO Agentur in Polen vielleicht günstigere Stundenlöhne hat, wird viele nicht verwundern)
  • Wer traf die Auswahl? Wie konnte man teilnehmen?

Das sind nur einige wenige Fragen, die mir sofort durch den Kopf geschossen sind.

Schlechter Journalismus?

Der normale Leser der Datenerhebung hat also nun vor Augen, eine SEO Agentur darf im Durchschnitt 85 Euro kosten. Danke, liebe IBusiness, für diese weitere Verwirrung im SEO Bereich. Eine auffällige Quellenangabe mit oben genannten Einzelheiten und der Zusatz im Titel, dass es eine europäische Datenerhebung ist, wären das Mindeste gewesen. Aber dieser Titel hätte ja nicht so viel Aufmerksamkeit gebracht, nicht wahr…?

Versuchen wir mal, uns sachlich richtig ..

dem Thema “Was darf SEO kosten und was darf eine SEO Agentur / ein Freelancer verlangen” zu widmen.

Erst einmal kann man hier keine pauschale Aussage treffen. Das, was ich ermitteln kann, ist, was eine SEO Agentur und Freelancer mindestens verlangen müssen um seriös arbeiten zu können.

SEO Freelancer

Foreneintrag für 5 Euro, Text zu je 1 Cent das Wort, Onpageanalyse für 45 Euro. All das lese ich immer wieder in Foren und auf anderen Plattformen, aber nach einer gewissen Zeit von immer anderen Leuten.

Ein SEO Freelancer ist für mich eine Person, die von den Einnahmen lebt. Ob man dafür nun 1300 oder 3000 Euro braucht, ist sicherlich von Person zu Person unterschiedlich.

Ein SEO Freelancer muss MwSt. nehmen, die Kleinunternehmerregelung deckelt auf 17500 Euro und davon kann abzüglich Lohnsteuer keiner alleine leben. Hier arbeitet dann also jemand nebenberuflich. Das muss nicht schlecht sein, da er ja Hauptberuflich ggf. auch in dem Bereich tätig sein kann. Jedoch sollte man sich hier im Vorfeld eben sehr genau über die Qualifikationen informieren.

Setzen wir mal einen Wert von 2500-3000 Euro (netto) an, die ein SEO Freelancer also mindestens braucht.

1. Kundenaquise und Krankheit, Altersrücklagen

All das wird schon schwer wenn ich nur die oben genannte Summe habe. Ggf. noch private Krankenversicherung und schon können wir hier von 5000++ Euro an benötigten Einnahmen ausgehen.

2. Wie viele Arbeitsstunden bekommst du je Monat voll?

Das Hauptproblem bei einem Freelancer ist eben, dass er es alleine machen muss. Es gibt sehr wenige die in diesem Bereich davon leben können. Möchte man also einen Stundenlohn festlegen, muss auch erarbeitet werden, wie viele Stunden man pro Monat in Rechnung stellen kann.

Kundenstunden pro Monat * Summe X um auf das vorher festgelegte Minimum zu kommen. Beispiel:

Freelancer braucht im Monat 5000 Euro netto, aber vor Lohnsteuer etc. Er hat im durchschnitt für 75 Stunden Arbeit im Monat, den Rest verbringt er mit der Aquise und anderen Dingen. Hier wäre also der mind. Stundensatz bei 66,6 Euro.

3. Freelancer und 100 Euro++ Stundenlohn

SEO Freelancer, die sich auf einen gewissen Bereich spezialisiert und eine entsprechende Reputation erarbeitet haben, kosten – und zwar nicht wenig. Firmen können mit SEO zig tausende von Euro verdienen, wenn Sie besser gelistet werden. Jeder Wissenstransfer ist also Gold wert, wieso sollte er nicht auch entsprechend bezahlt werden?

4. SEO ist Arbeit, besonders als Freelancer

Gute Forenlinks kosten mehr als 5 EuroNehmen wir mal wieder den SEO Freelancer im Low Budget Bereich, der seine Forenlinks für 5 Euro anbietet. Jeder, der schon einmal Forenlinks gemacht hat, weiß, was es für eine Arbeit ist, sie gut zu machen. Also Texte mit Mehrwert, dauerhafte Kommunikation und Pflege der Accounts. Auch andere Arten des “Linkaufbaus” werden schwerer und schwerer und sind dauerhaft zu Dumpingpreisen nicht möglich. Aus diesem Grunde sieht man die meisten Anbieter solcher Dienstleistungen nicht lange auf dem Markt.

5. Starke qualitative Unterschiede

Jeder darf SEO anbieten. Daraus resultierend sind gerade im Freelancer Bereich sehr starke qualitative Unterschiede festzustellen. Ein guter Freelancer hat einfach seinen Preis, wenn er sauber, ehrlich, gewissenhaft und vor allem auch verlässlich arbeiten soll.

Fazit:  Ein Freelancer mit einem errechnetem Stundenlohn von unter 50 Euro sollte genau geprüft werden. Nach oben bestimmt die Leistung des Freelancers das Limit.

SEO Agentur

Kommen wir nun zu dem spannenden Thema SEO Agentur. Als Durchschnitt ist hier ja 85 Euro angegeben, aber kann das wirklich stimmen?

Als erstes sollte man einmal bestimmen, was eine SEO Agentur eigentlich ist. Es gibt reine SEO Agenturen, die wirklich nichts anderes machen, oder Agenturen, die weitere Dienstleistungen haben, sich aber auf SEO spezialisiert haben, bzw. aus diesem Bereich kommen.

SEO Agenturen findet man z.B. hier:

SEO United Agentur Suche

BVDW mit Zertifikat oder über die Suche auch in der Anbieter-Liste 

SEA/SEO Agenturen beim Suchradar

Onlinemarketing.de SEO Anbieter

Bei allen Quellen fällt auf, dass es kaum 100 reine SEO Anbieter gibt, was wieder die Frage nach den Quellen vom IBusiness aufwirft.

Um also zu ermitteln, was eine Agentur mind. für einen Stundensatz braucht, muss auch hier verstanden werden, welche Kosten eine Agentur hat. Das möchte ich hier gerne anhand von uns mit Fakten aufzeigen, um etwas mehr Verständnis für die Zahlen zu wecken.

1. Kundenaquise, Mitarbeiter die abrechenbare Stunden liefern

Ein Mitarbeiter mit einer 40 Stunden Arbeitswoche = 160 Stunden die abzurechnen sind?

Nein. Erstens wird kein Mitarbeiter 160 Stunden an Kunden arbeiten. Er muss sich fortbilden, sich austauschen und auch einmal vom Arbeitsplatz aufstehen um den Kopf freizubekommen.

Bei uns haben die Mitarbeiter 80-100 Stunden, in denen Sie an den Kunden arbeiten. Bei anderen Agenturen sieht es recht ähnlich aus. Meistens liegt hier das Verhältnis irgendwo bei 50-75%, selten darüber.
Dann müssen noch Urlaub und Krankheit in die Berechnung einfließen, so dass schnell ein Monatswert von 60-80 Stunden als realistischer Abrechnungswert herauskommt.

Nicht jeder Mitarbeiter arbeitet auch wirklich an Kunden. Je größer eine Firma ist, je mehr Personal hat gar keine Einnahmen. Wir sind 10 Personen. Insgesamt an Kunden arbeiten aber nur 6, die abrechenbar sind. Verwaltung, Akquise, Wissenstransfer, Branding, all die Dinge, die man machen muss. Kommt mehr Personal, kommen weitere Aufgaben wie Mitarbeitermotivtaion, Teamevents, Massagen, Gesundheitsfürsorge usw. usf. dazu.

2. Technische Ausstattung und Räumlichkeiten

SEO Tools, eigene Entwicklungen, Miete der Räumlichkeiten, Strom, Buchhaltung, Mahnwesen und nicht bezahlte Rechnungen usw. usf.

Eine Agentur hat einen unheimlich großen Kostenapparat im Hintergrund.

3. Personalkosten

Die größte Ausgabe bleibt das Personal, und auch in der SEO-Agentur ist es nicht anders als in anderen Berufen. Erfahrung und gute Leistung sind teurer als ein Anfänger mit 0 Basis-Wissen.

4. Kostenberechnung

Als Agentur habe ich also meine monatlichen Kosten, die ich mindestens einnehmen muss (da sind alle Kosten enthalten). Außerdem muss ich einen Gewinn machen, zum Beispiel um Rücklagen bilden zu können.

Konkretes Beispiel an der imwebsein GmbH

Derzeit haben wir in etwa 400 Arbeitsstunden pro Monat, die wir in Rechnung stellen können. Unsere Ausgaben sind derzeit bei 27.000 Euro monatlich.  Wir nehmen aktuell 75 Euro / Stunde und haben demnach Einnahmen von 30.000 Euro.

Diese 75 Euro Stundenlohn können wir aber nur aus zwei wichtigen Punkten verkraften welche am Ende des Jahres auch wegfallen.

1. Alle Mitarbeiter sind von mir ausgebildet. Derzeit arbeiten drei Trainees bei mir, die logischer Weise nicht das Gehalt erhalten, was Sie nach dem SEO Traineeship bekommen. Müsste ich einen fertig ausgebildeten SEO einstellen, wären die Personalkosten um ein Vielfaches höher und die 75 Euro definitiv nicht mehr zu halten.

2. Wir haben keine Aquise, müsste ich hierzu noch Personal einstellen, wären diese Kosten wieder drauf zu rechnen. Auch hier wären dann die 75 Euro nicht zu halten.

Fazit:

85 Euro als Durchschnitt anzugeben ist so einfach nicht möglich. Eine Agentur, welche Preise unter 100 Euro / Stunde anbietet, muss dafür ganz konkrete Gründe haben. Wir sind noch eine kleine, unbekannte Agentur. Größere Agenturen, die auch auf dem internationalen Markt arbeiten, bieten noch ein vielfaches an Leistung und Wissen an was bezahlt werden muss. Ein Durchschnittspreis von 85 Euro kann also niemals für den deutschsprachigen Raum als Basis angesehen werden – und schon gar nicht als pauschale Aussage: “So viel darf ihre SEO Agentur maximal kosten”.

Die Frage, wie viel eine Agentur kosten darf, ist also gar nicht zu beantworten. Was Sie minimal kosten sollte habe ich aufgezeigt. Ich werde mit diesen Artikel nun nicht so viele Backlinks und Social Signals generieren wie die IBusiness, aber das ist mir egal. Ich hoffe, aufzeigen zu können, das seriöse Werte eine seriöse Betrachtung erfordern.

Kleiner Nachsatz:  Es scheint so als habe die Kritik an der Datenerhebung zumindestens dazu geführt, dass man nun nochmal nachfasst.

Weitere Beiträge die zu diesem Thema entstanden sind:

Der gute Marco hat ein Video gedreht zum Thema.

Edit: 13.08.2015

Verschiedene Diskussionen haben dazu geführt, dass sich die IBusiness dem Thema noch einmal angenommen haben und hier die Daten und Meinung besser aufbereitet präsentieren. In diesem Artikel bleibt genügen Spielraum für die eigene Meinung und auch die Kernaussage Ihre SEO Agentur darf max. 85 Euro kosten ist weggefallen.
http://seo-portal.de/2015/08/13/diskussionen-ueber-seo-honorare/

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Die Suchmaschinenoptimierung und das Online-Marketing sind meine Leidenschaft. Als akkreditierter Journalist und Chefredakteur des SEO Portal schreibe ich darüber und als Geschäftsführer der imwebsein GmbH (Online Marketing Agentur) kann ich diese Leidenschaft in der Praxis umsetzen.

20 KOMMENTARE

  1. Wir haben ausschliesslich SEO-Agenturen aufgenommen DIE AUF DEM DEUTSCHEN MARKT AKTIV sind. Wer wieviel verlangt (also ob EU-Agenturen teurer oder billiger sind als schweizerische oder deutsche oder bayerische oder Agenturen aus NRW), steht in dem ausführlichen Honorarleitfaden. Sorry, dass wir unsere 200-Seiten-Studien nicht komplett online abgedruckt haben – wäre ein bisschen viel geworden.

  2. Hallo;

    wow, ein langer Artikel. Und mein Post klebt auch drunter – exzellent: Deswegen gerne nochmal meine freundliche Einladung, zu den drei Fragen von mir einen Kommentar abzugeben. Zeitmangel oder Unkenntnis meiner Mailadresse können es dann ja nicht sein.

    Auch die Quartil-Analysen für verschiedene SEO-Leistungen, gebe ich gerne heraus, falls gewünscht- eine davon ist unten im Text enthalten und zeigt auf, dass beim oberen Viertel der Agenturen die Leistung Linkbuilding erst ab 100 Euro/Stunde losgeht und der Durchschnitt der preislichen Top25-Dienstleister bei 123 Euro liegt – also deutlich über ihren postulierten Werten.

    Das Faktum, dass viele Player am Markt sind, die deutlich unter 100 Euro verlangen ist statistisch leider ein Fakt. Aber nirgendwo steht, dass eine 50-Euro/Stunde-Agentur was taugt, nein. Und den Kritikpunkt, dass ausländische Agenturen abgefragt wurden, verstehe ich nicht – es handelt sich bei allen um am deutschen Markt aktive Agenturen. Von daher ist die in den Datensätze enthaltene EU-Konkurrenz leider eine Realität, mit deren Existenz und Preisen SEOs leben müssen.

    • Niemand streitet ab, dass es diese Daten gibt. Wenn man aber die Überschrift so wählt wie ihr es getan habt und dann damit eine Aussage trefft, dann ist es sehr wohl ein Unterschied ob der Leser weiß, ok so viel darf eine SEO Agentur aus der EU die im deutschsprachigen Raum tätig ist kosten, oder wenn man schreibt so viel darf eine SEO Agentur max. kosten.

      Die Kernaussage der gesamten Umfrage ist doch eine völlig Andere hinter diesem Hintergrund. In meinen Augen wolltet ihr PR betreiben und wusstet genau, dass die Datenerhebung besser wirkt wenn ihr eben nicht sofort sichtbar schreibt dass es eine Umfrage von EU Agenturen ist.

      Das die anderen Länder im Dienstleistungssektor billiger sind ist nun auch kein Geheimnis und nix womit ich mich am Markt auseinandersetzen müsste.

      • Ich habe mal spaßeshalber die Rohdatensätze neu aufgemacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Alle nichtdeutschen SEO-Dienstleister (nur Agenturen – also ohen günstigere Freelancer und ohne die Schweiz, weil die sehr hochpreisig ist) haben folgende Durchschnittspreise (In Klammern dahinter zum Vergleich nochmal die Durchschnittswerte aus unserer publizierten Analyse):
        SEO Keywordanalyse/Recherche: 99 Euro (91)
        SEO Linkbuilding: 97 Euro (89)
        SEO Onpage-Optimierung: 101 Euro (92)
        SEO Textredaktion: 100 Euro (87)

        Bedeutet also: Die ausländischen Agenturen, die an unserer Umfrage teilnahmen sind teurer als der Durchschnitt. Wenn wir sie rausrechnen würde der Wert noch weiter sinken. Das Argument vom billigen SEO aus dem Ausland ist also nicht verifizierbar. Vielleicht muss man sich mit der Realität abfinden: Viele DEUTSCHE SEOs ruinieren die Durchschnittspreise, weil sie (wahrcheinlich) minderwertige Leistungen billig anbieten. Ein Blick auf die in allen Kritiken komplett unterschlagenen Quartilen zeigt ja auch: Die Preisspanne reicht viel weiter nach oben als der Durchschnittswert: So ist der Durchschnittswert im oberen Viertel der Umfargeteilnehmer 123 Euro, der Grenzwert der oberen 25% liegt bei 100 Euro. Bedeutet: Es gibt (wahrscheinlich) gute Agenturen, die gutes Geld kosten. Und das zurecht. Und Kunden sind nicht dumm, die wissen das. Spätestens, wenn sie auf den ersten Billiganbieter hereingefallen sind und wechseln. Doch die Tatsache bleibt bestehen: Es gibt empirisch verifizierbare Marktpreise – auch für hochwertige und daher entsprechend hochpreisige Agenturen – und da lässt sich durchaus sagen, was maximal angemessen ist.

        • Wie gesagt ohne die Einzelheiten zu kennen, welche Agenturen das sind, ob es wirklich SEO Agenturen sind, bleibt alles irgendwie Wischiwaschi. Das Preise von 85 Euro im Durchschnitt nicht realistisch für eine Agentur sind habe ich aufgezeigt. Das Problem ist nicht die Datenerhebung an sich. Anders aufbereitet mit einer anderen Überschrift hätten wir sehr wahrscheinlich sogar einen Artikel drüber geschrieben. Es bleibt bei der Überschrift in Verbindung mit den 85 Euro und das was hängenbleibt. Jetzt steht es Euch frei Eure Daten so zu erheben wie ihr wollt, doch dann müsst ihr eben mit rechnen dass auch andere Meinungen kommen 😉

          Versteh mich nicht falsch Sebastian, aber die SEO Branche hat schon einen schlechten Ruf. Was Sie auf keinen Fall gebrauchen kann ist weitere schlechte PR, oder Kunden die der Meinung sind eine Agentur für 100 Euro wäre ja teuer, da sie über den Durchschnitt liegt….

          • Sie liegt über dem Durchschnitt, weil Sie halt nicht durchschnittlich arbeitet 😉

            Erst einmal:

            Was du hier machst finde ich wirklich gut! Es gibt unglaublich viele Angeber, egal ob Freelancer oder Agentur, welche Zahlen/Einnahmen/Umsätze nennen, die einfach nicht stimmen. Du machst es Transparent und das Gehalt ist kein schlechtes.

            Beim SEO dauert es lange, bis man ein Ergebnis hat und die Kunden müssen halt warten. Beim Aufbau einer SEO Agentur soll es aber bei vielen schlecht gehen und die Leistung ist am Ende Mist, was ich allgemein sage und NICHT direkt auf euch bezogen.

            Man stürzt sich hier auf eine Untersuchung – Wer sagt bitte, dass die genannten Werte überhaupt stimmen. Ich habe in einer Internetagentur gearbeitet, welche SEO für 45 Euro/Stunde angeboten hat. Am Ende waren es pauschale Angebote pro Monat. Man muss auch mal die Leistung betrachten. Finanzen, Reisen oder Kredit sind deutlich komplizierter als kleine Affiliate-Projekte und da muss man halt auch mehr bezahlen.

  3. @Joachim Graf: das Entscheidende ist doch der Eindruck, der erweckt werden sollte. Natürlich müssen die Daten komprimiert werden, aber die wichtigsten Fakten sollten schon sichtbar sein.

    Ich habe euren Artikel auch gelesen, direkt am Erscheinungstag. Und bei mir ist auch der Kerneindruck hängen geblieben “Deutsche SEO Agenturen dürfen maximal Summe X verlangen”.

    Das auch SEO-Agenturen aus dem Ausland befragt worden sind, war für mich als Leser nicht offensichtlich erkennbar. Und natürlich macht es einen Unterschied, ob ich auch EU-Agenturen befrage, welche in Deutschland Leistungen anbieten. Angefangen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen (Werkvertrag, Dienstleistungsvertrag et.c. – was gilt dort) über die Personalkosten etc.
    Als SEO sehe ich auf bekannten Portalen regelmäßig solche Angebote im Stil von “High PR Links”; “Blogverzeichnisse” oder “Wir benutzen keine Automaten (sic!)”, dementsprechend dürftig dürften dort auch die Ergebnisse sein.
    Und wenn solche Angebote möglicherweise in die Analyse einfließt, sollte das kenntlich gemacht werden.

  4. Hallo,

    ich möchte natürlich jetzt nicht unverschämt sein, aber einmal die Zahlen durchgehen. Ihr seit 10 Mitarbeiter und habt Ausgaben von 27.000 im Monat. Wir ziehen mal die monatliche Miete ab und bleiben bei sagen wir mal 25.000 im Monat. Wir verteilen nun die 25.000 im Monat auf 10 Mitarbeiter und bleiben bei 2.500 Euro im Monat. Jeder Mitarbeiter hat nun ein Nettogehalt von 1.600 Euro, wobei einige sicherlich weniger verdienen. Es ist natürlich nicht schlecht, aber auch nicht die Welt.

    Ich finde, dass sich hier mal die ganze SEO Szene an die Nase fassen sollte. Viele Firmen wollen gute Leute haben. Jedoch verdienen die guten mit eigenen Projekten mehr als Angestellter. Es werden Leute ausgebildet, die weniger verdienen und weniger können, was den Kunden wieder verärgert. Der Kunde bemängelt die schlechte Leistung und will dann natürlich auch nicht mehr Zahlen. Die Agentur kann wieder nicht mehr verlangen… SEO Agenturen haben in meinen Augen größere Nachteile/Probleme als Freelancer. Ich kenne nicht alle SEO Agenturen, aber meistens sitzen da irgendwelche Praktikanten, die über ayom, seojobboerse.de, webmasterpark.net für die Agentur nach günstigen Studenten suchen um einen Forenlink für 5 Euro zu kaufen und dem Kunden für 50 in Rechnung zu stellen.

    • Hallo Martin,

      die 10 Mitarbeiter teilen sich wie folgt auf.

      3 Online Marketing Manager (mich eingeschlossen)
      3 SEO Trainees
      1 Webdesigner
      2 Azubis ab diesem Monat (Mediengestalter digital und print, einer geht in die Richtung Webdesign einer in die Content)
      1 festen Freelancer der mehrere Stunden hier im Büro arbeitet am festen Arbeitsplatz und unsere AdWords Arbeiten erledigt.

      Ein Online Marketing Manager erhält 1500 netto, einen Firmenwagen zur freien Verfügung und 250 Euro Tankgeld im Monat, die SEO Trainees erhalten 1000-1200 netto und Vertrag ist auf ein Jahr begrenzt. Nein das ist nicht viel, da geht sicherlich mehr, aber wir sind eine kleine Firma. Klar würde ich gerne mehr zahlen, dann brauchen wir aber andere Preise. Aber die IBusiness wollen uns ja jetzt sagen wir dürfen maximal 85 kosten…

      Praktikanten können außgenutzt werden wie in jedem Beruf auch, dass würde ich nicht auf die SEO Agentur Szene begrenzen. Drei der oben genannten Festanstellungen war im übrigen vorher Praktikanten bei uns.

    • Danke Herr Hanske. Ziel des SEO Portales ist ja Wissen zu transportieren. Also braucht man Leute die offen über Ihre Projekte und ihr Wissen reden. Daher sehe ich das auch als meine / unsere Aufgabe an, offen über das SEO Portal und uns zu reden, schließlich kann ich von anderen ja nicht erwarten / hoffen, was ich selber nicht gebe.

  5. Herr Schötter,

    Danke für Ihren Beitrag zur SEO Honorar Diskussion. Ein Hinweis für Sie: Achtung mit dem Kommentar zum festen Freelancer mit festem Arbeitsplatz… Das kann für Sie und Ihren Freelancer kostenintensive Konsequenzen haben.

    • Hallo Hanna, wenn du auf die Scheinselbstständigkeit anspielst, dann haben wir alles überprüfen lassen danke. Es ist überhaupt kein Problem einem selbstständigen Freelancer einen Arbeitsplatz wie Arbeitsmittel zu überlassen, solange er selbstständig Arbeitet (also Zeiten selbst einteilt, etc.) Der Arbeitsplatz ist ja auch freiwillig, wird aber natürlich gerne genutzt für den Austausch mit den Kollegen aus dem SEO Bereich. Alle anderen Aspekte einer Scheinselbstständigkeit (weitere Arbeitgeber, Gehaltsverteilung usw.) wurden ebenfalls durch den STB eingehend geprüft. Solltest du hier etwas anderes Wissen, würde ich mich über eine Email sehr freuen.

  6. Tja, ich finde die Stundensatzdiskussion etwas befremdlich. Hier werden Äpfel mit Birnen verallgemeinert. Und obendrein Agenturen mit Freelancern. Und reine Showbuden mit richtigen Könnern. Und verzweifelte Werbeagenturen mit leistungsfähigen Webagenturen.

    Der gesamte Markt reicht vom analog Trabbi über Golf bis S-Klasse mit ein paar höchst dubiosen Spachtelkünstlern und fähigen Hobbybastlern dazwischen. Die Kernaussage “Was darf SEO kosten?” – “85 EUR” ist genau so schlau wie “Welches Auto hätten Sie gerne?” – “Rot”. Ich schätze mal, dass der Aufhänger hauptsächlich als Lesermagnet und für eher uninformierte Leute gewählt wurde. Eine “Studie” klingt ja seriös und zieht halt Leser an.

    Die Aussagekraft halte ich trotz der 200 Seiten-Dinger für marginal. Natürlich gibts die Billigheimer, natürlich die Könner, natürlich die Blender, natürlich die Konferenz-Sprecher. Das ist so etwas von heterogen, dass ich persönlich Durchschnittspreise niemals kommunizieren würde. Bleiben wir mal bei den Autos als Analogie. Der Durchschnittspreis für einen Neuwagen lag 2014 bei 28.330 EUR. Hurra. Kann man real damit etwas anfangen (außer Volkswirtschaftler?). Nicht die Bohne. Erst, wenn man Qualität/Erfolge und Preis korrelieren kann, wird daraus ein Schuh. Bis dahin halte ich die muntere Ansammlung von Businessdaten in vielen Fällen für nett, unterhaltsam und mit Sicherheit diskussionsstiftend – es wird halt drüber geredet. Mehr nicht.

  7. Ist das jetzt ein Plädoyer für mehr Geld? 🙂
    “Jeder darf SEO anbieten” – genau da liegt das größte Problem in diesem Bereich.
    Viele Agenturen nehmen eine Menge Kohle und haben absolut keine Ahnung.
    Das ist kein Vorurteil sondern Erfahrung meinerseits mit diesen Leuten (ich würde gerne Namen nennen, aber dann bekomme ich 100%ig Post von diversen Anwälten).

    Wie schon geschrieben lagern viele Agenturen die Arbeit aus: Schüler, Studenten oder Leute, die SEO-Blogs/-Foren lesen und sich dann selbst dazu berufen fühlen, Webseitenbetreiber durch Amateur-SEO ins Unglück zu stürzen.

    Redet mal mit Menschen, die von Google mit manuellen Maßnahmen belegt wurden oder aufgrund stümperhafter Arbeit in irgendeinem Filter hängen.
    Da haben eine Menge Leute viel Geld ausgegeben um dann am Ende die nächste Agentur mit Geld vollzustopfen um den Unsinn wieder zu korrigieren (Stichwort: Backlinkabbau oder wie haut man alles weg und nötigt dazu noch andere).

    Die nächste Studie sollte mal “auf der anderen Seite” durchgeführt werden: abgestrafte Webseitenbesitzer, Webkatalogbetreiber oder Forenadmins.
    Auf das Ergebnis bin ich mal gespannt. 🙂

    • Naja ich glaube die seriösen Agenturen überwiegen um ein vielfaches, nur machen eben die unseriösen von sich reden (leider). Und gerade bei Penaltys sind es oftmals auch die Webmaster selber, die sich da rein manövieren weil Sie der Meinung sind sie können SEO selber und dann aber irgendwas lesen was vor drei Jahren stammt. Das gesamte Thema ist eben leider nicht mal so eben zu betrachten oder gar zu bewerten.

  8. @Michael,
    ich habe nicht von “unseriös” geredet, sondern von Agenturen deren Mitarbeiter absolut keine Ahnung haben.
    Fast jeden Tag sehe ich Einträge, die von (großen) Agenturen durchgeführt werden und was ich da sehe, lässt einem wirklich den Kopf schütteln.
    Das, was da abgeliefert wird, kann man nicht mehr als SEO bezeichnen, das ist nur noch Schrott.

    Man glaubt gar nicht, wie viele davon gar nicht genau wissen, was bei einem Eintrag das Feld “Backlink” bedeutet…
    Von Titeln oder Beschreibungstexten spreche ich lieber erst gar nicht.
    Basics, die jeder beherrschen sollte, der dafür bezahlt wird.

    Es stimmt natürlich, das viele Webmaster irgendwas lesen, es nicht verstehen und dann die eigene Seite bei Google in Ungnade bringen.
    Neben veralteten Beiträgen findet man aber auch viel Unsinn zum Thema SEO im Netz.

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